DRS 3 Auffahrts-Krimi: Mord in der Bank
Olga Bitterli strich ihre Polyesterhose glatt und wartete auf eine Erklärung. Sie bekam keine. Carlo Segantini war damit beschäftigt, seine Lungen mit Sauerstoff zu füllen. Als Risk Manager der «Bank of Switzerland» war er es gewohnt, schwere Entscheidungen zu treffen. Auf den Anblick einer Leiche hatte ihn jedoch kein Kaderseminar vorbereitet. Aber hier lag sie. Mitten im Tresorraum, umrahmt von Goldbarren. Vor vierzig Minuten hatte er sie entdeckt. Sofort hatte er eine mentale Risikoanalyse durchgeführt. Keine Polizei, hatte sein Fazit gelautet.
Mit zitternden Fingern lockerte Segantini seinen Krawattenknopf, dankbar dass er vor einigen Monaten Olga Bitterli kennen gelernt hatte. Die Privatdetektivin war ihm zu Hilfe geeilt, als ein Trickdieb Segantinis Brieftasche entwendet hatte. Mit einer Hand hatte sie den Flüchtigen gepackt, gegen eine Stopptafel geschleudert und ihn mit ihrem finsteren Blick festgenagelt.
Da stand sie nun. Privatdetektivin Olga Bitterli. Breit wie ein Geldtransporter, verlässlich wie die Rolex an seinem Handgelenk. Ohne mit der Wimper zu zucken ging sie neben der Leiche in die Hocke. Tot. Ganz klar!
