«Banana Republic» von Mad Manoush gewinnt die Kategorie World Music überlegen mit 49 Prozent aller Stimmen. Eine DRS 3-Woche geprägt von südlichen Klängen geht damit zu Ende.
Die fünf Songs aus der Kategorie «World Music» sind alle von Schweizern, die aber nach Südafrika, Gambia oder in die Karibik gereist sind, um sich von der dortigen Musik zum Songschreiben inspirieren zu lassen.
Hinter dem Sieger «Banana Republic» platzierte sich «Sidi Abdel Assar» in der Version von Samir Essahbi&Rai-X und Endo Anaconda auf Platz 2.
Deutlich abgeschlagen die restlichen drei Songs: «Reggae mondial» von Famara, «Kumnandi» von Max Lässer und «Mini Amba» von King Kora.
Man würde hinter der Bananenrepublik, die im fröhlichen Song der Schweizer Mad Manoush besungen wird, leicht irgendwelche Schurkenstaaten in Afrika vermuten. Mad Manoush-Frontmann und -Sänger Egon Egemann überrascht aber mit der Aussage auf DRS 3: «Mit der Bananenrepublik ist die Schweiz gemeint.» Letztes Jahr hätte sich gerade im Bankensektor genug Skandalöses ereignet, womit die Schweiz diesen unrühmlichen Ruf verdient. Auslöser für den Song war aber tatsächlich eine Banane. Und ein Teesieb.
Schon sehr aussergewöhnlich, dass ein Marokkaner, der in den 80er Jahren in die Schweiz einwanderte, zuerst seine Liebe zu Mani Matter-Songs entdeckte. Noch aussergewöhnlicher, dass er am meisten Freude an jenem Matter-Song hatte, der sich über die arabischen Bräuche lustig zu machen scheint. «Sidi Abdel Assar» in der schweizerisch-marokkanischen Version von Samir Essahbi mit Endo Annaconda von Stiller Has ist somit wie ein langersehntes Echo von den angesprochenen Arabern auf Mani Matters Lied.
Am Anfang war ein Ferienflirt auf Jamaika. Famara nahm seine jamaikanische Liebe mit nach Hause in die Schweiz. Später, als die Liebe schon wieder zerbrochen war, versetzte er sich im sterilen Aufnahmestudio zurück an paradiesische Sandstrände auf Jamaika. «Reggae Mondial» ist aber nicht nur ein beschwingter Liebessong. Der Basler Reggae-Ambassador besingt darin auch das schwere Leben afrikanischer Baumwollpflücker, die als Sklaven nach Jamaika kamen.
1995 reiste der Zürcher Gitarrist Max Lässer nach Südafrika, um mit dortigen Musikern seine neue CD «Between» aufzunehmen. Die Aufnahmen für den Song «Kumnandi» waren so gut wie fertig, als ihm der 20köpfige Chor völlig überraschend aus dem Studio lief... Max Lässer lernte bei den Aufnahmen die völlig andere Einstellung der Südafrikaner zum Leben und zur Arbeit kennen. Bevor sie mit der Arbeit anfangen, richten sie es sich lieber mal gemütlich ein, bestellen Chicken Wings und feiern eine Party.
Die zehnköpfige Zürcher Multikulti-Band King Kora pflegt seit Jahren enge Verbindungen zum westafrikanischen Staat Gambia. Der King Kora-Sänger Lamin Jobarteh ist selber Gambier und singt den Song «Mini Amba» in seiner Sprache, Mandinka. Der Song handelt von einer grossen («mini») Schlange («amba»), der schon die westafrikanischen Griots, die Geschichtenerzähler, magische Kräfte nachsagten.
Jede Woche werden fünf Songs zu einem Thema vorgestellt. Während der Woche wählt Ihr hier die beste Pop-Geschichte. Der Gewinner-Song der jeweiligen Woche wird am Freitag gekürt und qualifiziert sich für die Finalphase, die im Herbst 2010 ausgetragen wird. Gebt hier Eurem Favoriten die Stimme!