Die Erfolgsgeschichte des weltweit ersten Bügellifts
Die erste Werbung für den Holzskilift am Bolgen in Davos
Der erste Holz-Bügellift der Schweiz schlug ein wie eine Bombe. Bereits in der ersten Wintersaison transportierte er 70'000 Personen.
1934 wurde er in Davos installierte. Für 50 Rappen konnte sich jeder eine Tageskarte kaufen und den Lift benutzen, eine mobile Revolution.
Damals kannte man in den Alpen Zahnrad-, Standseilbahnen und einfache Skilifte mit einem tiefliegenden Seil, heute als «Händschefrässer» bekannt. Es war der Zürcher ETH-Maschineningenieur Gustav Constam, der auf die Idee kam, das Seil hochzulegen und Masten zu bauen.
Auf dem Grundstück des reichen Hotelies Lieni Fopp aus Davos wurde gebaut: Am Bolgenhang installierte Constam eine 270 Meter lange Aufzugsanlage, bestückt mit einem 24 PS Motor. Revolutionär war der J-Förmige Bügel, der eine Person transportieren konnte. Kurze Zeit später wurde er vom heute bekannten T-Bügel abeglöst.
Die Idee zum T-Bügel hatte der junge Skischulleiter Jack Ettinger. Der Bolgenlift hatte dadurch seine Kapazität auf einen Schlag verdoppelt. Zudem mauserte sich dadurch die Anlage schnell zur Verkupplungs-Gelegenheit.
Gustav Constam gründete ein eigenes Ingenieurbüro und verkaufte bis 1940 in Europa 30 Lifte. Das System bewärte sich bis in unsere Zeit. 2008 gab es immer noch gut 300 «Constam»-Lifte in der Schweiz. Abeglöst werden sie zunehmend von den bequemeren Sesselliften.
Skilifte haben trotzdem noch Vorteile: Sie sind um einiges günstiger in Anschaffung und Unterhalt. «Skifahrer können rausfallen, aber es ist praktisch unmöglich, mitgeschleppt oder verletzt zu werden», sagte Gustav Constam 1954 der «Aspen Times». Er starb 1965 in Denver im Alter von 77 Jahren.
