Als Arzt spart der Autor Peter Hänni nicht mit medizinischen Details.
Buch-Tipp: Peter Hänni «Freitod, der 13.»
Aber auch wenn Peter Hänni medizinisch versiert und die Hauptfigur des Krimis Arzt ist, spielt die Geschichte nicht im «Götter-in-Weiss» Kosmos.
Fahrlässig Untersuchung
Der Arzt Marco Zuber wird notfallmässig in eine Privatwohnung in Bern gerufen, aber als er eintrifft, kann er beim älteren Maler, der dort im Bett liegt, nur noch den Tod feststellen. Als die Nachbarin Zuber erzählt, dass der Maler an Krebs in einem hoffnungslosen Stadium gelitten hat, ist für den Arzt klar, dass er es mit einem natürlichen Tod zu tun hat. Erst als die Versicherung nachhakt, merkt er, dass er sich die Sache zu leicht gemacht hat: Er hat den Toten nicht hinsichtlich Mord oder Selbstmord untersucht.
Unterhaltung Deluxe
Marco Zuber setzt alle Hebel in Bewegung: Der Tote wird ausgegraben und untersucht. Damit rutscht der Arzt Zuber unvermittelt in einen Kriminalfall, der sich um Versicherungsbetrug und Freitodbegleitung dreht. Zweiteres ist ja ein sehr heikles Thema; Peter Hänni geht aber äusserst taktvoll damit um, ohnehin gelingt es dem Autor, umsichtig und trotzdem sehr unterhaltend und bildhaft zu (be)schreiben.
«Freitod, der 13te» ist ein Buch für Hungrige, auch wenn der Krimi thematisch schwere Kost bietet. Die Handlung ist so gut zubereitet, dass man den Krimi mehr «frisst» als liest.
Tanja Kummer
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