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Mittwoch, 8.2.2012

Wohler «Email-Affäre» wird offiziell untersucht

Ein Mail-Verkehr mit Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat ein Strafverfahren eröffnet, sie untersucht eine mögliche Amtsgeheimnisverletzung in Wohlen. Eine Email von Gemeindeammann Walter Dubler war zu den Medien gelangt. Die Nachricht hatte für einigen Wirbel gesorgt.

Eine kurze Email-Nachricht mit einem langen Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft untersucht eine mögliche Amtsgeheimnisverletzung in Wohlen. (Symbolbild Keystone)

Die Gemeinde Wohlen hat ein Strukturproblem: Hier wohnen viele Leute mit tiefem Einkommen, es gibt viele Sozialhilfebezüger. Dessen wurde sich Gemeindeammann Walter Dubler (CVP) schlagartig bewusst, als er eines Tages die lange Schlange vor dem Sozialamt im Gemeindehaus bemerkte.

Eine Email zu den Sozialhilfe-Empfängern in Wohlen
Spontan hatte sich der Gemeindeammann dann an den Computer gesetzt und dem Sozialvorsteher der Gemeinde eine Email geschrieben. Der Wortlaut frei übertragen: Der Sozialvorsteher möge sich dafür einsetzen, dass die Zahl der Sozialhilfebezüger in Wohlen abnehme.

Die Zunahme der Zahlen sei «besorgniserregend». Und: Es dränge sich die Frage auf, ob die Gemeinde zu grosszügig sei. Diese Email gelangte vom Sozialvorsteher auch zur zuständigen Sozialkommission. Und von dort gelangte sie - auf bisher unbekannten Wegen - an die Öffentlichkeit.

Indiskretion führte zu öffentlichem Diskurs
Die Aargauer Zeitung berichtete mehrmals über die «Affäre». In Wohlen und in den Medien wurde heftig und natürlich auch kontrovers über den Inhalt der Email diskutiert.

An der ersten Einwohneratssitzung im Jahr verkündete der Gemeinderat dann, er lasse diese Indiskretion nicht auf sich sitzen. Man habe die Staatsanwaltschaft über den Sachverhalt informiert. Ob diese auch tatsächlich eine Untersuchung eröffnet, blieb aber vorerst unklar.

Staatsanwaltschaft ermittelt
Nun ist es offiziell: Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten ermittelt in der Sache. Es bestehe Verdacht auf Amtsgeheimnisverletzung, bestätigte die zuständige Staatsanwältin auf Anfrage von Schweizer Radio DRS. Sie rechne damit, dass die Untersuchung in etwa zwei Monaten abgeschlossen sei.

Weitere Details gibt die Staatsanwaltschaft bisher nicht bekannt. So oder so steht aber fest: Die «Email-Affäre» von Wohlen hat ein Nachspiel. Die Diskussionen in der Freiämter Zentrumsgemeinde dürften noch etwas andauern. (velm)

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Verantwortlich für diesen Beitrag:

Christian Salzmann


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