Lob der EU für deutschen Atomkonsens
EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat den Entscheid der deutschen Koalitionsregierung, die 17 deutschen Atomkraftwerke rund 12 Jahre länger zu betreiben als geplant, als positiv gewertet. Österreich hingegen hat den Atomkompromiss als schweren Rückschlag gerügt.
Österreich fürchtet um Alternativenergien
Deutschland mache es sich damit leicht, den CO2-Ausstoss in Grenzen zu halten, sagte der konservative Umweltminister Nikolaus Berlakovich in Wien. «Atomkraft ist keine Antwort auf den Klimawandel.» Die Zukunft der Energieversorgung liege in erneuerbaren Energien. Er wolle seine Bemühungen gegen Atomstrom verstärken, sage Berlakovich von der konservativen ÖVP.
Weiter betonte der Umweltminister, er werde sich weiter für die «maximale Sicherheit der Bevölkerung und die intelligente Nutzung natürlicher Ressourcen» einsetzen. Österreich verfügt über kein einziges Atomkraftwerk.
EU-Energiekommissar zufrieden
Im Gegensatz zu Österreich ist der deutsche Atomkonsens in Brüssel gelobt worden. Es sei ein «fairer Kompromiss für alle Beteiligten», sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Dies gelte auch vor dem Hintergrund, dass mehrere EU-Staaten neue Atomkraftwerke mit einer Laufzeit von 60 Jahren bauten - und andere EU-Länder ganz auf Atomstrom verzichteten.
Oettinger lobte auch den Zeitpunkt der Einigung. Denn auf europäischer Ebene stünden wichtige energiepolitische Entscheidungen an. Nun wisse man, wie die Energiepolitik der grössten Volkswirtschaft der Europäischen Gemeinschaft aussehe. (bat, dapd/reuters)
