Eisige Kälte bleibt vorerst
In der Nacht auf Montag sind auf der Glattalp minus 45 Grad gemessen worden - neuer Rekord. Die SBB bekundeten Probleme mit vereisten Weichen. Unia schliesst weitere Baustellen. Sie fürchtet um die Gesundheit der Bauarbeiter. Mehr
Starker Schneefall löste vor allem in Serbien und Italien ein Verkehrschaos aus. Serbien rief am Sonntag im ganzen Land die «Ausnahmesituation» aus. Ähnlich betroffen war auch Bosnien. In Rumänien und Bulgarien kam nach dem Schnee der Regen und sorgte für tückisches Glatteis. Zehntausende blieben ohne Strom.
Winterchaos in Italien
In Mittel- und Süditalien herrschte Winterchaos. Zwei Menschen starben, als Dächer unter der Last des Schnees zusammenbrachen. Bis zu 120'000 Menschen waren am Wochenende zeitweise ohne Strom. Tausende blieben in Zügen oder Autos stecken. In Rom und anderen Städten befreiten Soldaten die Strassen von Schnee und Eis.
Erst Schneestürme, dann Regen führten in Teilen Bulgariens, Rumäniens und Griechenlands zu Problemen. In zwei Gemeinden im Süden Griechenlands wurde der Notstand ausgerufen. Ein Stausee drohte überzulaufen. Im Norden des Landes beschädigten die Fluten Hunderte Geschäfte und Häuser. Eine 80-jährige Frau ertrank in ihrem Haus.
Obdachlose kämpfen gegen Kältetod
Dem harten Winter fallen europaweit vor allem Obdachlose zum Opfer. Allein in der Ukraine fanden bislang insgesamt 131 Menschen den Kältetod. In Rumänien waren es seit Ausbruch der Kältewelle insgesamt 34, in Polen 53 Menschen. Im Baltikum kostete der Frost weiteren fünf Menschen das Leben.
In Rom und Umgebung erfroren drei Frauen und ein Mann. Aus Frankreich wurden insgesamt vier Tote gemeldet. Zudem kam ein elfjähriger Junge ums Leben, als er durch das Eis in einen See einbrach.
Verkehrsprobleme in ganz Europa
Die Kälte lähmt zudem den Schiffsverkehr. Auf der Elbe bildete sich so viel Eis, dass der Fluss von Magdeburg bis Hamburg unbefahrbar war, wie die Wasserschutzpolizei mitteilte. Auch der Elbe-Havel-Kanal und Teile des Main-Donau-Kanals waren dicht. Ein festgefrorener Frachter nahe Magdeburg wartete am Montagmorgen auf Hilfe von Eisbrechern.
In Grossbritannien reichten rund zehn Zentimeter Schnee aus, um ein Verkehrschaos auszulösen. Auch der Flugverkehr von mehreren europäischen Flughäfen war am Wochenende stark eingeschränkt.
Auch Afrika schlottert in der Kälte
Die Kältewelle drang selbst bis Nordafrika vor. In höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier fiel seit Jahren wieder richtig Schnee. Zahlreiche Kinder, die noch nie weisse Flocken gesehen hatten, stürzten sich nach Augenzeugenberichten begeistert nach draussen. (basn, dpa)
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