(EU)
Fünf Jahre EU-Osterweiterung
Vor gut fünf Jahren - in der Nacht auf den 1. Mai 2004 - wurde mit der Ost-Erweiterung der EU die Teilung Europas endgültig überwunden.
Auf einen Schlag nahm die EU zehn Staaten mit rund 75 Millionen Einwohnern auf: Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen sowie die Mittelmeerinseln Malta und Zypern.
Am 1. Januar 2007 traten dann auch Rumänien und Bulgarien der EU bei, deren Einwohnerzahl damit auf fast 500 Millionen Menschen anstieg.
Wohlstandsgefälle zwischen Ost- und Westeuropa
Das wirtschaftliche Gefälle zwischen Ost und West war und ist erheblich: Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner (BIP) betrug 2004 im damals ärmsten der neuen EU-Staaten, Lettland, nur 46 Prozent des EU-Durchschnitts. Bis 2008 stieg diese Quote auf 55 Prozent.
Andere osteuropäische Länder wie Tschechien stehen allerdings heute schon besser da als Portugal, das der EU seit über 20 Jahren angehört.
Milliardenhilfe für Osteuropa
Um die Lebensverhältnisse anzugleichen, erhalten die östlichen Länder Hilfe von der EU - hauptsächlich aus den so genannten Strukturfonds für wirtschaftlich schwache Regionen. Für die Jahre 2007 bis 2013 sind darin gut 155 Milliarden Euro für die zwölf neuen EU-Staaten vorgesehen. Das ist mehr als die Hälfte der verfügbaren Mittel, obwohl nur ein Fünftel der EU-Bürger in einem der zwölf neuen Länder leben.
Andererseits erhalten die Bauern in Osteuropa sowie auf Zypern und Malta bis heute weniger Subventionen als ihre westlichen Kollegen.
Keine grosse Völkerwanderung
Wegen des Wohlstandsgefälles zwischen Ost- und Westeuropa wurde die EU-Erweiterung auch in den westlichen Ländern der EU mit gemischten Gefühlen betrachtet. Befürchtet wurde, dass Millionen Menschen aus den neuen EU-Staaten auf der Suche nach Arbeit nach Westen ziehen würden.
Die grosse Völkerwanderung blieb aber aus: Seit dem 1. Mai 2004 haben sich laut einem Bericht der EU-Kommission vom Januar rund 1,8 Millionen Bürger aus den damals beigetretenen Ländern in Westeuropa niedergelassen.
Insgesamt leben dem Bericht zufolge rund 3,8 Millionen Bürger aus den ehemaligen Ostblock-Staaten in Westeuropa, über die Hälfte davon war aber schon vor Beginn der Osterweiterung ausgewandert. (acd, ap)
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