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Der Europäische Rat

Das oberste Gremium der EU hat mit seinem Namen ein wenig Pech: Nicht selten wird der Europäische Rat nämlich mit dem Rat der Europäischen Union oder gar mit dem Europarat verwechselt. Dabei hat er mit beiden wenig oder gar nichts zu tun.

Vier Gipfel im Jahr
Während im Rat der Europäischen Union die jeweiligen Fachminister zusammenkommen (etwa im Aussenministerrat, im Finanzministerrat oder im Justizministerrat) und der Europarat eine Organisation ist, die nichts mit der EU zu tun hat, versammelt der Europäische Rat die höchsten Vertreter der EU - die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer. Mindestens zwei, in der Regel aber vier Mal im Jahr treffen sie sich, zusammen mit dem Präsidenten der EU-Kommission,  und beraten die weitere Entwicklung der EU.

Impulsgeber für die weitere Entwicklung
«Der Europäische Rat gibt der Union die für ihre Entwicklung erforderlichen Impulse und legt die allgemeinen politischen Zielvorstellungen für diese Entwicklung fest», heisst es in Artikel 4 des Vertrags über die EU über das oberste und letztlich einflussreichste Gremium der Union.

Rat mit Richtlinienkompetenz
Der Rat hat eine Richtlinienkompetenz und kümmert sich um die zweite wichtige Säule der EU, die Gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik (GASP). In Ausnahmefällen klärt er auch solche Fragen, bei denen die jeweiligen Fachminister im Ministerrat keine Einigung finden konnten.

Ohne verbindliche Beschlusskraft, aber...
Rechtlich verbindliche Beschlüsse fassen kann der Rat nicht. Was die Staats- und Regierungschefs auf ihren Gipfeln beschliessen, muss anschliessend von den jeweiligen EU-Institutionen umgesetzt werden.

So funktioniert der Europäische Rat
Neu
So war es bisher
Mit dem Vertrag von Lissabon wechselt der Ratsvorsitz nicht mehr jedes halbe Jahr. Stattdessen übernimmt für jeweils zweieinhalb Jahre ein vollamtlicher Präsident diese Aufgabe - zunächst der Belgier Herman van Rompuy. Zusammen mit der ebenfals neuen Hohen Vertreterin für Aussenpolitik, , der Britin Catherine Ashton, ist er der höchste Repräsentant der EU nach aussen. Bislang wechselte der Vorsitz im Europäischen Rat - die so genannte Ratspräsidentschaft - jedes halbe Jahr nach einem höchst komplizierten Rotationsprinzip. Jedes Mitgliedsland nahm sich für seine Präsidentschaft in der Regel einige wenige grosse Themen vor, die während dieser Zeit bearbeitet werden sollten.

 

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