Hintergrund: Das Volk der Sinti und Roma
Mit der Erweiterung der Europäischen Union sind Millionen Roma und Sinti seit 2004 Teil der EU-Gemeinschaft geworden. Fast überall stehen sie jedoch unter dem Druck, ihre traditionelle Lebensweise aufzugeben, immer wieder gibt auch rassistische Übergriffe.
Die meisten Sinti und Roma leben im Südosten des Kontinents, allein in Rumänien sind es mehr als zwei Millionen. Viele Familien sind arm, leben in Slums und haben oft nur begrenzte Bildungsmöglichkeiten. Da sich die Siedlungsgebiete der Sinti und Roma über die ganze Erde verteilen, haben sie keine einheitliche Kultur. Auffallend sind der starke Zusammenhalt der Gruppe, die wichtige Rolle der Tradition sowie die Abschottung nach aussen.
Da die Betroffenen die frühere Bezeichnung «Zigeuner» als diskriminierend empfinden, hat sich der Begriff «Sinti und Roma» durchgesetzt. Ausserhalb des deutschen Sprachraums wird Roma als Sammelname für die gesamte Minderheit verwendet. Ihre ursprüngliche Heimat war Indien, die gemeinsame Sprache heisst Romanes.
Roma und Sinti zerfallen in Gruppen, die mitunter auch, ausgehend von ihrem Siedlungsgebiet oder ihrer Herkunft, als Nationen bezeichnet werden. Zu den europäischen Nationen gehören die Gitanos in Spanien, die Manouche in Frankreich sowie die Sinti in Deutschland. (sam,dpa)
