Contador schafft den Hattrick
Alberto Contador zum Dritten. (Reuters)
Zum dritten Mal hat Alberto Contador als Gesamtsieger der Tour de France in Paris Einzug gehalten. Der Spanier siegte vor Andy Schleck (Lux) und Denis Mentschow (Russ). Die Schlussetappe wurde die klare Beute von Mark Cavendish (Gb).
Tour dank Defekt Schlecks gewonnen
Seinen dritten Triumph hat Contador aus der Defensive heraus errungen, was auch daraus hervorgeht, dass er keinen einzigen Etappensieg feiern konnte. 2007 musste sich der Spanier der Fragen erwehren, inwieweit er mit dem Dopingarzt Dr. Eufemiano Fuentes in Verbindung stand. Letztes Jahr ging es meist nur darum, wie sein Verhältnis zu Rückkehrer und Co-Captain Lance Armstrong sei.
Diesmal musste er sich wegen seines Verhaltens in der 15. Etappe winden, als Andy Schleck nach einem Antritt am Port de Balès die Kette vom Kettenblatt gesprungen war. Dabei hat der Madrilene nichts Ehrenrühriges begangen, als er seinen Konter fortsetzte. In Spanien ist Contador ein Nationalheld. Seine Landsleute jubeln ihm frenetisch zu. Der Rest der Radsport-Enthusiasten steht ihm eher kühl gegenüber.
Andy Schleck, der Fahrer der Zukunft
Das ist bei Andy Schleck anders. Die Franzosen bescheinigen ihm eine «belle gueule». Dies besagt, dass er sich mündlich gut behauptet und dass er bei den Leuten gut ankommt. Der zumeist disponible Luxemburger verkörpert im Profiradsport die Zukunft. Mit zwei Etappensiegen im Gepäck braucht er sich im Rückblick auf diese Tour keine Vorwürfe zu machen.
Cancellara, der schnellste Zeitfahrer
In Fabian Cancellara hatte Andy Schleck einen gewieften Strategen an seiner Seite. Dies zeigte sich in der Ardennen-Etappe, als der Berner das Feld anhielt, auf die gestürzten und vier Minuten zurückliegenden Schleck-Brüder zu warten. Dies zeigte sich auch einen Tag später, als Cancellara seinen Teamcaptain sicher über die Pavés-Abschnitte der 3. Etappe steuerte.
Cancellara hatte die Tour mit dem Prolog-Erfolg in Rotterdam eröffnet und während sechs Tagen das Leadertrikot getragen. Drei Wochen später konnte der Olympiasieger im Weinbaugebiet des Médoc ein weiteres Ziel realisieren und sein erstes grosses Zeitfahren der Tour de France gewinnen. Auf der flachen Strecke setzte sich Cancellara mit 17 Sekunden Vorsprung auf Tony Martin (De) durch.
Cavendish unbestritten stärkster Sprinter
Die letzte offene Frage wurde mit der Schlussankunft auf den Chympas Elysées geklärt. Mark Cavendish setzte sich im Massenspurt mit mehreren Längen Vorsprung durch. Der Brite feierte seinen fünften Etappensieg in dieser Rundfahrt und baute das Total der von ihm gewonnenen Tour-Massenankünfte auf 15 aus.
Neuer Eklat um Armstrong
In der Anonymität des grossen Feldes schaffte es ein Schweizer in Paris auf das Podest: Gregory Rast als Mitglied des Teams RadioShack von Lance Armstrong, das die Mannschaftswertung gewann.
Zu Beginn der Schlussetappe hatte Armstrong noch einmal für Aufsehen gesorgt. Der Rekordsieger und seine Teamkollegen erschienen zum neutralen Start in Longjumeneau in Sondertrikots von Armstrongs Krebsstiftung «Livestrong».
Die Jury musste mit der Disqualifikation drohen, bis sich die Fahrer zu einem Tenuwechsel bequemten. Gemäss Reglement dürfen die Fahrer nur das offiziell gemeldete und vom Weltverband UCI akzeptierte Trikot ihres Teams tragen. (pet, si)
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