UBS dämmt Geldabfluss ein
Die UBS-Steueraffäre in den USA scheint so gut wie erledigt. Die Bank geht davon aus, dass sie bis Oktober mit der US-Regierung alle noch offenen Punkte im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden US-Geschäft regeln kann.
Das eidgenössische Parlament hatte in der Sommersession den Weg für eine Lösung frei gemacht und den Staatsvertrag zwischen der Schweiz und den USA genehmigt. Damit kann die Schweiz die Kontendaten von 4450 mutmasslichen Steuersündern an die US-Behörden ausliefern. Dazu hatte sich die Schweiz vor Jahresfrist verpflichtet.
Der Reingewinn der UBS im zweiten Quartal 2010 beträgt 2 Milliarden Franken, wie die Bank mitteilte. Damit hat sie die Schätzungen der Analysten weit übertroffen und liegt mit dem Ergebnis nur moderat tiefer als im ersten Quartal, als der Gewinn noch 2,2 Milliarden Franken betragen hatte.
Die einst stark von der Finanzkrise gezeichnete Grossbank hat im Quartalsvergleich einen kleineren Gewinneinbruch hinnehmen müssen als Konkurrenten wie die Credit Suisse oder Goldman Sachs. Überwunden hat die UBS ihr Tief aber noch nicht.
Fortschritte auf grösster Baustelle
Der Abfluss von Kundengeldern - laut Konzernchef Oswald Grübel die grösste Baustelle der Bank - ging im zweiten Quartal zwar weiter, konnte aber massiv eingedämmt werden: Kunden zogen zwischen April und Juni 4,7 Milliarden Franken von der Bank ab.
Im ersten Quartal waren es noch 18 Milliarden Franken. «Für unsere Zukunft sind wir zuversichtlich», bilanzierte Grübel.
Im ersten Quartal 2009 hatte die Bank, noch voll von der Krise gezeichnet, 1,4 Milliarden Franken Verlust geschrieben. Der Geldabfluss betrug damals 39,5 Milliarden Franken. Erst im letzten Quartal 2009 war die UBS wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.
Prognosen übertroffen
Von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 856 bis 1,46 Milliarden Franken gerechnet. Beim Geldabfluss hatten sich die Schätzungen der Experten zwischen 11 und 13,4 Milliarden Franken bewegt.
Aus dem Quartalsergebnis sticht vor allem das Ergebnis der Investmentbank hervor. Deren Vorsteuergewinn stieg im Vergleich zum Vorquartal um rund 10 Prozent auf 1,31 Milliarden Franken.
Bei der Konkurrentin CS war der Gewinn wegen eines schlechteren Investmentbankings im zweiten Quartal von 2,1 auf 1,6 Milliarden Franken eingebrochen.
Keine Dividende
Die UBS-Aktionäre müssen sich weiter gedulden: Für 2010 wird die Grossbank noch keine Dividende ausschütten. Die Bank müsse erst genug Kapital generieren, um die regulatorischen Vorschriften zu erfüllen, sagte Finanzchef John Cryan.
Er bestätigte damit früher gemachte Aussagen, wonach eine Dividende für die kommenden zwei bis drei Jahre eher unwahrscheinlich sei. (haem, sda/dpa)
Mehr zu den Stichwörtern:
