Synthes wächst trotz Preisdruck
Zunehmender Preisdruck bremst das Wachstum beim Schweizer Medizintechnik-Konzern Synthes. Im ersten Halbjahr 2010 kam der Weltmarktführer für Schrauben und Platten zur Behandlung von Knochenbrüchen noch auf ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 7,9 Prozent. Bis 2008 hatte Synthes jeweils zweistellige Wachstumsraten erzielt, 2009 waren diese dann auf 8,9 Prozent gesunken.
Auswirkungen der Finanzkrise wirken weiter nach
Im zweiten Halbjahr 2010 peilt Synthes nach Angaben eines Sprechers ein Umsatzwachstum von fünf bis zehn Prozent an. «Es ist unrealistisch, dass wir wieder zweistellig wachsen», sagte der Sprecher mit Blick auf die kommenden Jahre.
Bei einem Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar steigerte Synthes den Gewinn im ersten Halbjahr um 11,2 Prozent auf 425 Millionen Dollar und lag damit im Rahmen der Analysten-Prognosen. Den im Vergleich zum Umsatz überproportionalen Anstieg erreichte der Konzern mit Sparmassnahmen wie einer zurückhaltenden Personal-Rekrutierung. Trotzdem erhöhte Syntes die Zahl der Angestellten in den vergangenen sechs Monaten um 309 auf 11'014.
Problemfall Nordamerika
Den Preisdruck spürt Synthes vor allem in Amerika. Krankenhäuser müssen wegen der Finanzkrise ihre Budgets zusammenstreichen. Zudem sind die Krankenkassen mit der Rückerstattung von Ausgaben der Spitäler zurückhaltender. Der Sprecher erklärte auch, dass die Rabatte von Konkurrenten auch Synthes dazu zwingen würden, den Spitälern bei den Preisen stärker entgegen zu kommen.
Im Wirbelsäulen-Geschäft sei der Umsatz in Nordamerika im ersten Halbjahr gar geschrumpft. Hier komme dazu, dass die Patienten auf Eingriffe, die nicht zwingend notwendig seien, aus finanziellen Gründen verzichteten. (haem, sda/reuters)
