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Samstag, 29.10.2011

Qantas-Flugzeuge bleiben am Boden

Ohne Vorwarnung hat die australische Fluggesellschaft Qantas den Flugbetrieb eingestellt. Mehr als 100 Flugzeuge blieben am Boden. Hintergrund ist ein Arbeitskampf mit Piloten und Ingenieuren.

Die Flugzeuge der Qantas sind am Boden. (Keystone)

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat im Kampf mit den Gewerkschaften einen drastischen Beschluss gefasst: Sie stellte am Samstag ohne Vorwarnung und mit sofortiger Wirkung den gesamten Flugbetrieb ein.

108 Flugzeuge strandeten in 22 Ländern, mehr als 1300 Passagiere, die innerhalb von 24 Stunden bei Qantas einchecken wollten, blieben auf der Strecke. Die Airline versprach Hotel- und Flugumbuchungen und Wiedergutmachung.

Die Regierung reagierte mit Unverständnis. Sie rief einen Schlichtungsausschuss an, der die Streitparteien an den Verhandlungstisch zurückbeordern und alle Kampfmassnahmen aussetzen kann. Er sollte noch am Samstag zusammentreten.

18'000 Franken Millionen Schaden pro Tag
Die Airline habe wegen der Extremforderungen der Gewerkschaften keine andere Wahl gehabt, sagte Qantas-Chef Alan Joyce. Sie nehme in Kauf, dass der Flugstopp jeden Tag einen Schaden von 20 Millionen australischen Dollar verursache - rund 18 Millionen Franken. Der Flugbetrieb werde erst wieder aufgenommen, wenn die Gewerkschaften eine Vereinbarung unterzeichnen.

Monatelanger Streit
Die Fluggesellschaft streitet seit Monaten mit Piloten, Ingenieuren und Gepäckträgern um Gehälter, Arbeitsbedingungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Es gab bereits mehrere Warnstreiks. «Sie destabilisieren mit Absicht das Unternehmen», warf Joyce den Streikenden vor. 600 Flüge hätten bereits gestrichen werden müssen. Joyce kam den Gewerkschaften mit dem Flugstopp zuvor. Diese hatten einen 48-stündigen Streik angedroht, der den Flugbetrieb ohnehin unmöglich gemacht hätte.

Empörung bei der Gewerkschaft
Die Gewerkschaften reagierten empört auf den Beschluss. «Alan Joyce hält der Nation das Messer an die Kehle», sagte der stellvertretende Präsident der Pilotengewerkschaft, Richard Woodward, der australischen Nachrichtenagentur AAP. «Das hat keiner vorausgesehen, weil niemand dachte, dass Joyce total verrückt ist.»

Qantas Tochterunternehmen wie der Billigflieger Jetstar waren nicht betroffen. Qantas, bekannt als «Fliegendes Känguru», ist Australiens grösste Fluggesellschaft und deckt 65 Prozent des heimischen Marktes ab. (luek, dpa)

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