Postfinance lockt tausende Neukunden an
Mit einem Gewinnplus von über einem Drittel bewährt sich Postfinance als lukrative Geldquelle der Schweizerischen Post. Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn auf 274 Millionen Franken. Bei den Kunden steht die Bank ohne Banklizenz weiter hoch im Kurs.
Gewinn um 37 Prozent gesteigert
Postfinance verdiente im ersten Halbjahr 37 Prozent oder 74 Millionen Franken mehr als in der Vorjahresperiode, wie der Unternehmensbereich der Post mitteilte. Als Grund für den Gewinnsprung gibt Postfinance das höhere Kundenvermögen sowie die Kostendisziplin an.
Keine Wertberichtigungen vorgenommen
Stark beigetragen habe aber auch das Anlagegeschäft. Dort sind die weggefallenen Wertberichtigungen ins Gewicht gefallen. In den letzten beiden Jahren musste Postfinance wegen der Finanzkrise Positionen im Umfang von über 240 Millionen Franken berichtigen. Im ersten Halbjahr 2010 gab es laut dem Postfinance-Sprecher Alex Josty dagegen praktisch keine Wertberichtigungen.
Die seit Jahren «sehr konservative» Anlagestrategie auf dem Geld- und Kapitalmarkt habe sich bewährt, sagte Josty. Nur ein halbes Prozent der Kundengelder seien in Aktien angelegt. Den Wirbel um die Schuldenkrise in einigen Euro-Ländern habe Postfinance im ersten Halbjahr auch unbeschadet überstanden.
53'000 neue Postfinance-Kunden
Verlangsamt hat sich der Zufluss von Kundengeldern, der besonders während der Finanzkrise markant war. Im zweiten Quartal flossen Postfinance netto noch 1,3 Milliarden Franken zu - deutlich weniger als im ersten Quartal.
Trotzdem ist der Zustrom an neuem Geld immer noch beträchtlich: In den ersten sechs Monaten stiessen insgesamt 53'000 Neukunden zur Postfinance. Es wurden 87'000 neue Konten eröffnet. Mit 81,6 Milliarden Franken liegt das verwaltete Kundenvermögen per Mitte 2010 um 8,3 Milliarden Franken oder über 11 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2009.
Damit vertrauen insgesamt rund 2,7 Millionen Kunden der Postfinance ihr Geld an. Bis zur Schallgrenze von 4 Millionen Konten ist es nicht mehr weit, am Stichtag Ende Juni waren es 3,7 Millionen Konten.
Mehr als 150 neue Stellen
Der Wachstumskurs wirkte sich auch beim Personalbestand aus. Im ersten Halbjahr schuf Postfinance 158 neue Stellen. Mit 3200 Personen beschäftigt Postfinance heute doppelt so viele Angestellte als noch vor zwölf Jahren.
Für die Zukunft zeigt sich Postfinance-Chef Jürg Bucher in einer Medienmitteilung zuversichtlich: «Trotz der weiterhin unsicheren Lage an den internationalen Finanzmärkten dürfte Postfinance das Vorjahresergebnis übertreffen.»
2009 hatte Postfinance einen Rekordgewinn von 448 Millionen Franken geschrieben, was ein wesentlicher Teil des Postgewinns von total 728 Millionen Franken ausmachte. (pet, sda)
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