Mobilfunkanbieter senken gegenseitige Gebühren
Die Telekom-Anbieter Swisscom, Sunrise und Orange sollen die tieferen Terminierungsgebühren an die Endkunden weitergeben. Dies fordern die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) sowie der Internetvergleichsdienst Comparis.
«In der Vergangenheit haben die Anbieter ihre hohen Tarife für Anrufe in Fremdnetze mit den hohen Terminierungsgebühren begründet. Sinken die Terminierungsgebühren, müssen die Mobilfunktanbieter auch die Endkundenpreise senken», wird Telekom-Experte Ralf Beyeler in einer Mitteilung von Comparis zitiert.
Die Schweizer Mobilfunkanbieter haben sich auf eine Senkung der Terminierungsgebühren um bis zu 50 Prozent geeinigt. Diese Gebühren stellt ein Mobilfunkbetreiber einem anderen Anbieter für die Durchstellung eines Anrufs in sein Netz in Rechnung.
Senkung in mehreren Schritten
Per 1. Oktober senken Sunrise und Orange ihre Gebühren an die Swisscom von 17 auf 10 Rappen. Per 1. Januar 2011 werden Sunrise und Orange eine zusätzliche Reduktion auf 8,75 Rappen pro Minute vornehmen, wie die Unternehmen mitteilten.
Im Gegenzug werde Swisscom den anderen Anbietern 8 Rappen pro Minute statt bisher 14 Rappen verrechnen. Am 1. Januar 2011 erfolgt auch hier eine weitere Senkung der Gebühr auf 7 Rappen. Laut Mitteilung der Swisscom entspricht dies dem europäischen Niveau.
Folgen für Kunden unklar
Die Swisscom will auch die Preise für Privat- und Geschäftskunden «anpassen». Die künftigen Preise würden derzeit erarbeitet, hiess es ohne genauere Angaben.
Orange und Sunrise halten sich noch deutlicher zurück: Orange erwarte, dass sich die Senkung in den Gesprächstarifen der Festnetzanbieter bei Anrufen auf Mobilfunknummern niederschlägt. Orange betreibt kein eigenes Festnetz.
Sunrise erklärte, Hauptprofiteure der Senkung seien ausländische Telekomunternehmen. Für Sunrise werde die Einigung zu weniger Einnahmen und Gewinn führen. Dank der Kostendisziplin könne Sunrise trotzdem weiterhin tiefe Preisen offerieren.
Auf Klage von VTX reagiert
Auslöser der Verhandlungen zwischen den drei Schweizer Mobiltelefon-Netzbetreibern war eine Klage des Festnetzanbieters VTX bei der eidgenössischen Kommunikationskommission (Comcom) gegen die Höhe der Terminierungsgebühren der Swisscom. Tiefere Gebühren hatte auch Verizon gefordert. (nab, sda)
Mehr zum Stichwort:
