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Dienstag, 25.1.2011

Mehr Firmen stimmen über Managerlöhne ab

Ein Drittel der 100 grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen werden 2011 an ihren Generalversammlungen über Managerlöhne abstimmen - 13 mehr als im Vorjahr. Dies gab die Stiftung Ethos bekannt.

Über Managerlöhne soll diskutiert werden. Dieser Meinung sind ein Drittel der 100 grössten Schweizer Unternehmen, die an der Börse kotiert sind. In diesem Jahr werden sie an ihren Generalversammlungen konsultative Abstimmungen über Manager-Vergütungen durchführen. Das sind 13 mehr als noch 2010, wie eine Umfrage der Stiftung Ethos ergeben hat. Darin sind die Aktionärs-Vertreter vereint.

Ethos ist zufrieden
Ethos wertet diese Entwicklung als Erfolg. Das sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagte Ethos-Direktor Dominique Biedermann an einer Medienkonferenz in Zürich. Konsultativabstimmungen sind allerdings für die Unternehmensleitung nicht verbindlich.

35 Firmen verweigern Abstimmung
Noch immer lehnten aber 35 Unternehmen eine Abstimmung über Managerlöhne, -boni und andere Vergütungen ausdrücklich ab. 18 Firmen seien unentschieden, hält Ethos fest. Von 11 Unternehmen erhielt die Stiftung keine Antwort.

Neu werden unter anderem Novartis, Transocean, Sulzer, Implenia und Kuoni eine sogenannte «Say-on-pay»-Abstimmung durchführen. Swatch, Richemont oder Actelion lehnen Umfragen weiterhin ab. Als Grund wurde unter anderem aufgeführt, die Besoldung sei bei ihnen weniger wichtig als bei Grossbanken.

Im Ausland ist Mitsprache die Regel
Biedermann sagte, Ethos sei «nicht zufrieden mit dieser Erklärung». Ohnehin lasse sich die ablehnende Haltung aufgrund vergangener Exzesse nicht mehr rechtfertigen. Angesichts der Kosten und Risiken, die ein unangemessenes Vergütungssystem nach sich ziehe, sollten die Aktionäre als Mitbesitzer konsultiert werden. Im Ausland sei die Mitsprache der Aktionäre längst üblich.

Aktionäre nehmen Rechte zu wenig wahr
Schweizer Aktionäre machen aber von ihren Rechten oft zu wenig Gebrauch. So lag die durchschnittliche Beteiligung an Generalversammlungen bei 45 Prozent. «Wenn man seine Rechte einfordern und sie erhalten will, muss man sie auch nutzen», sagte Biedermann weiter. Deshalb verlangt Ethos einen Stimmzwang für Pensionskassen.

Nebst den «Say-on-Pay»-Abstimmungen will Ethos vermehrt auch ein Augenmerk auf Wahlen in den Verwaltungsrat, die Decharge oder Kapitalerhöhungen legen. Die Stiftung hat zu diesem Zweck ihre Richtlinien angepasst.

Ethos seit 1997
Ethos, die Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung, wurde 1997 von Genfer Pensionskassen gegründet. Die Stiftung bietet unter anderem Analysen der Traktandenlisten der Generalversammlungen der wichtigsten börsenkotierten Schweizer Unternehmen oder Abstimmungsempfehlungen an. (rend/widb, sda)

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