Japan lockert Geldpolitik weiter
Die Währungshüter der japanischen Zentralbank haben an einer Krisensitzung entschieden, die Geldpolitik weiter zu lockern. Grund für die Sitzung war der starke Yen. Dieser hat die Wirtschaft Japans belastet, denn diese ist ausgesprochen exportorientiert.
Leitzins bleibt bei 0,1 Prozent
Die Zentralbank kam zum Schluss, dem Finanzmarkt weitere 10 Millionen Yen (129 Milliarden Franken) zu leihen, dies zu einem festen Zinssatz von lediglich 0,1 Prozent. Damit stockt die Zentralbank das erst im Dezember 2009 im Kampf gegen die Deflation eingeführte Finanzprogramm von zuletzt 20 Billionen Yen weiter auf.
Aggressivere Schritte behalte man sich für den Fall vor, dass es deutlichere Zeichen für eine wirtschaftliche Verlangsamung gebe.
Starker Yen bremst Japan
Das exportabhängige Japan leidet unter dem starken Yen. Die Festigung gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren und zum Euro auf den höchsten Stand seit neun Jahren bremst Japans exportabhängige Wirtschaft zunehmend.
Das Bruttoinlandprodukt stieg im zweiten Kalenderquartal angesichts geringerer Exporte und des schwachen Konsums nur noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,4 Prozent. Zwar legten die Exporte im Juli zum Vorjahresmonat um 23,5 Prozent zu. Doch schwächt sich der Anstieg seit fünf Monaten ab.
Preise im freien Fall
Japan, das gerade von seinem Nachbarn China als zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt überholt worden ist, steckt zudem weiter im Griff einer Deflation mit andauernd fallenden Preisen. Der Verbraucherpreisindex sank im Juli um 1,1 Prozent zum Vorjahr und damit im 17. Monat in Folge.
Eine Deflation hat schlimme Auswirkungen: Sie drückt die Umsätze und Gewinne der Unternehmen, die dann Abstand von Investitionen nehmen und Arbeitsplätze abbauen. Konsumenten halten sich dann wiederum mit Anschaffungen zurück, wodurch sich der Preisverfall noch verschärft. (rend, sda/dpa/reuters)
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