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Donnerstag, 11.3.2010

Radio DRS schreibt rote Zahlen

Radio DRS hat im letzen Jahr über zwei Millionen Franken Verlust gemacht. Das Schweizer Fernsehen hingegen verbucht schwarze Zahlen.

Die Bilanz für Schweizer Radio DRS fällt negativ aus. Der Sender musste im 2009 einen Verlust von 2,1 Millionen Franken verbuchen. Das Schweizer Fernsehen hingegen hat mit 6,2 Millionen Franken Gewinn gemacht. Dies ist dem Geschäftsbericht der SRG Deutschschweiz zu entnehmen.

Schweizer Fernsehen hat sich erholt
Im Vorjahr noch hatte das Schweizer Fernsehen einen Verlust von 3,8 Millionen Franken erwirtschaftet. Die Anzahl Vollzeitstellen beim Schweizer Fernsehen stieg 2009 um 26 auf 971.

Radio seit Jahren in Verlustzone
Schweizer Radio DRS hingegen schreibt das dritte Jahr in Folge rote Zahlen. 2008 betrug der Verlust 5,3 Millionen Franken. Der Personalbestand nahm um 2,2 Vollzeitstellen auf 717,5 zu.

Vermehrt religiöse Gefühle verletzt
2009 erhielt der Ombudsmann von Radio und Fernsehen, Achille Casanova, 138 Beanstandungen. Dies sind fast gleich viele wie im Jahr zuvor. 105 konnte die Ombudsstelle behandeln. Das Schweizer Fernsehen war mit 87 Beanstandungen betroffen, 18 gingen auf das Konto von Radio DRS.

«Deutlich zugenommen haben die Fälle, in denen eine Verletzung religiöser oder ethischer Gefühle moniert wurde», stellt Casanova im Geschäftsbericht fest. «Dabei fällt auf, dass sich die Polarisierung der Schweizer Politik auch im Inhalt mehrerer Beanstandungen widerspiegelt.» Zum Beispiel bei Sendungen über die Minarett- Initiative oder «allgemein in Bezug auf die SVP».

Journalistische Fehlleistungen beschäftigen Ombudsmann
18 Prozent der Beanstandungen wurden von der Ombudsstelle als mehr oder weniger berechtigt angesehen. Nicht selten seien auch bei abgewiesenen Beanstandungen journalistische Fehlleistungen festgestellt worden. Diese seien aber nicht relevant genug gewesen, um einen Verstoss gegen die Programmbestimmungen zu erkennen, meinte Casanova weiter.

Im Zentrum stand das Konvergenzprojekt
Zu reden gab im Jahr 2009 auch das Konvergenz-Projekt, in dessen Rahmen Radio und Fernsehen zusammengehen sollen. Über die geplante Fusion soll im Juni 2010 endgültig entschieden werden.

Mit dem Projekt «Konvergenz und Effizienz» sollen Radio, Fernsehen und Online in allen Sprachregionen unter je einer Führung verstärkt zusammenarbeiten. Die rätoromanische Schweiz hat die Konvergenz bereits 2006 umgesetzt, gefolgt von der italienischsprachigen Schweiz im 2008. Die Westschweiz folgt ab 2010. Die Deutschschweiz wird die Medienkonvergenz ab 2011 vollziehen. (rend, sda)

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