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Dienstag, 7.2.2012

Einkaufstourismus und Schmuggel haben zugenommen

Zu Hunderttausenden strömen Schweizer ins grenznahe Ausland, um günstig einzukaufen: Lebensmittel, Windeln oder Kosmetikprodukte. Im letzten Jahr hat dieser Einkaufstourismus Rekordwerte erreicht - der Schmuggel mit den günstigen Waren allerdings auch.

Autos verlassen die Schweiz, am Zoll in Ponte Tresa. (Keystone/Archiv)

Hochkonjunktur für SchmugglerInnen

Zu Hunderttausenden strömten Leute aus der Schweiz über die Grenze, um günstiger einzukaufen. 2011 hat dieser Einkaufstourismus Rekordwerte erreicht - der Schmuggel der günstigen Waren allerdings auch.

Beitrag aus Rendez-vous vom Dienstag, 7.2.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Der Einkaufstourismus hält wegen des starken Frankens den Schweizer Zoll auf Trab: 2011 wurden mit knapp 40 Millionen Franken im Reiseverkehr 39 Prozent mehr Zölle eingenommen als im Vorjahr. Unter dem Strich fällt das kaum ins Gewicht: Die Handelsbilanz wurde mit rund 200 Milliarden Franken noch exportlastiger.

Viel Aufwand im Reisendenverkehr
Die Gesamtbilanz relativiert die 39,8 Millionen Franken Einnahmen aus dem Einkaufstourismus, den Verzollungen beim eigenhändigen Import im Reiseverkehr.

Einkaufsfreudige Reisende liessen indes die Zahl der Zollanmeldungen um 28 Prozent auf 515'589 Zettel anschwellen. Nicht alle Reisenden deklarieren korrekt: Schmuggler wurden 19'758 erwischt, also 36 Prozent mehr.

Gewerbsmässiger Schmuggel ist Spitzenreiter
Mehr ins Gewicht als der Zollbetrug beim Einkaufstourismus fallen gewerbsmässige Schmuggeleien. 5800 (+7,4%) solcher Fälle über 200 Kilo Waren wurden abgeschlossen.

Diese Schmuggler hätten damit 13 Millionen Franken Abgaben hinterzogen, wären sie nicht geschnappt worden. Der Lebensmittelschmuggel wird dabei gewichtsmässig auf 970 Tonnen (+17,4%) beziffert.

Neben den Abgaben geht es bei der Schmuggel-Bekämpfung auch um den Gesundheitsschutz, werden doch zum Beispiel Lebensmittel oft auf ungeeignete Weise über die grüne Grenze transportiert, etwa Fleisch ungekühlt im Kofferraum. Der Zöllner und Grenzwächter fördern auch immer wieder Drogen, Waffen und gefälschte Markenprodukte zutage.

Mehr Flüchtlinge und Flüchtige
Beim Drogenschmuggel gab es unterschiedliche Tendenzen: Haschisch und Marihuana wurden mit 410 Kilo ein Mehrfaches der Vorjahresmenge sichergestellt, GBL («KO-Tropfen») mit 208 Litern ebenfalls. Weniger gefunden wurden Heroin (20 kg), Kokain (132 kg) und Psychodrogen (6716 kg) wie LSD. Streckmittel (243 kg) aber fast das Zehnfache.

Die Flüchtlingswelle schwappte auch höher an die Grenze, vor allem im Tessin: Die Grenzwache registrierte mit 3000 Asylsuchenden über das Doppelte (+135%) der Vorjahreszahl. Diese Menschen wurden den Empfangszentren zugewiesen, während 2363 (-19%) andere Personen sofort wieder ausländischen Behörden übergeben wurden.

Rechtswidrigen Aufenthalt stellten Grenzwächter ferner in 5614 Fällen fest, was ein Plus von 29 Prozent bedeutet. Die Zahl der Schlepper-Verdachtsfälle stieg um 15 Prozent auf 114. Und im Schengener Informationssystem ausgeschriebene Personen wurden im letzten Jahr 3094 (+19%) angehalten.

Grenzwächter haben 2011 erstmals an Einsätzen der EU-Grenzschutzagentur «Frontex» teilgenommen. Bei 24 Entsendungen wurden 803 Einsatztage in zehn europäischen Ländern geleistet. Schweizer Grenzwächter waren dabei vor allem als Dokumenten-, Fahrzeug und Debriefing-Spezialisten gefragt, wie es hiess. (basn, sda)

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Donnerstag, 2.2.2012

Mehr Exporte trotz Frankenstärke

Die Schweiz ist mit fast 200 Milliarden Franken weiterhin stark im Export. Die Zunahme im Jahr 2011 ist allerdings vor allem der boomenden Uhrenindustrie zu verdanken. In anderen Branchen hinterliess der starke Franken deutliche Spuren.   Mehr


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