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Freitag, 5.2.2010

Olympia-Lexikon: Curling

Curling wird gern als langweiliges Spiel bezeichnet. Dabei steckt eine ausgeklügelte Taktik dahinter, die auch das Zuschauen äusserst spannend macht - vorausgesetzt, man hat eine Ahnung, worum es eigentlich geht. Hier erklären wir allen Ahnungslosen die Grundregeln des Spiels.

Auch wenns bisweilen wunderlich ausschaut: Beim Curlen sind Kraft, Konzentration und Taktik gefragt (key)

Die Mannschaften
Beim Curling spielen zwei Mannschaften gegen einander. Jede Mannschaft besteht aus vier Sportlern, der «Chef» wird «Skip» genannt.

Das Spiel
Beim Curling zielt man mit einem gut 20 Kilo schweren Stein ins Zentrum - das Haus, wie die Curler sagen - eines Kreises, der gut 45 Meter entfernt am anderen Ende der Eisbahn eingezeichnet ist.

Während eines Spielabschnitts («End») spielen beide Mannschaften abwechselnd gegeneinander. Jeder Spieler lässt zwei Steine Richtung «Haus» gleiten. Ziel ist es, möglichst viele eigene Steine im Zentrum («Tee») des Hauses zu platzieren und so möglichst viele Punkte zu sammeln. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Ein Spiel läuft über 10 Ends. Steht es danach unentschieden, werden Zusatzends gepielt - so lange, bis eine Entscheidung gefallen ist. Für die zehn Ends stehen jeder Mannschaft 73 Minuten plus zwei Mal eine Minute für Time Outs Spielzeit zu. Für Zusatzends werden 10 Minuten gewährt. Überschreitet eine Mannschaft die Spielzeit, verliert sie automatisch, auch wenn sie nach Punkten in Führung liegt.

Gibt es für eine Mannschaft keine Möglichkeit mehr, das Spiel zu gewinnen, kann sie es aufgeben - allerdings erst, nachdem mindestens sechs Ends gespielt wurden.

Die Mannschaft, die das End verloren hat, darf im nächsten Durchgang den letzten Stein spielen, was einen grossen Vorteil bedeutet.

Die Taktik
Je nach Taktik versucht man, mit dem eigenen Stein die Steine der Gegner wegzuschubsen ««Bump» oder den eigenen Stein so zu platzieren, dass er der gegnerischen Mannschaft den Weg zum Haus erschwert («Guard»). Üblicherweise spielen die besseren Curler im Team eher die letzten Steine.

Um zu verhindern, dass eine Mannschaft gleich zu Beginn des Spiels die Guard-Steine der Gegner entfernt, gibts es die Regel, dass bis mindestens vier (manchmal auch nur drei) Steine gespielt sind, keine Steine, die vor dem Haus liegen, entfernt werden dürfen.

Der Curling-Besen
Hat ein Spieler einen Stein losgeschickt, probieren zwei seiner Mannschaftskollegen die Laufbahn noch zu korrigieren, indem sie das Eis mit ihren Besen wischen, damit der Stein entweder weiter oder weniger weit, etwas mehr nach links oder nach rechts rutscht. Allerdings darf ein einmal abgespielter Stein nicht mehr berührt werden, auch nicht von einem Besen.

Turniere
In Turnieren spielt in den Vorrunden, den sogenannten «Round Robins» jede Mannschaft gegen jeden Gegner. Die besten vier Mannschaften ziehen dann in den Halbfinal ein.

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Meister-Curlerin Mirjam Ott über ihre Sportart
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