Buch-Tipp: Daniel Glattauer «Schauma mal»
Daniel Glattauers Kolumnensammlung strotzt vor klugem Humor. Die Texte - keiner ist länger als eine Buchseite - beschäftigen sich mit den kleinen Absurditäten, die der Alltag für uns bereit hält, wenn wir ihm mit offenen Augen und Ohren begegnen.
Seien es moderne Erziehungsmethoden - zum Beispiel die Frage der Mutter «Glaubst du, es tut deinem Pullover gut, wenn er da im Dreck liegt?» und was diese beim Sprössling auslösen kann - oder die Zeitungsmeldung, die besagt, dass alle Lebewesen gezählt worden sind, auch die Ameisen (Glattauer: «Wie verhindere ich, dass ich Ameisen doppelt zähle? Haben gezählte vielleicht ein Mascherl um den Hals bekommen? Wer hat zehn Billiarden Ameisenmascherl gebastelt? Wer hat sie geschürt?»), keine scheinbaren Unbedeutsamkeiten sind vor Glattauers spitzer Feder sicher.
Wohltuend ist es zudem, dass der Autor sich selten dazu hinreissen lässt, Begebenheiten zu be- oder verurteilen, sondern sie lediglich skizziert und die Leserinnen und Leser ihre Schlüsse selber ziehen lässt. Endlich gibt es ein Rezept gegen die trüben Tage in diesem Dümpeln zwischen Winter und Frühling, es heisst: «1x Glattauer täglich».
«Schauma mal» - ein Muss für: Narzissten - wer «Schauma mal» in der Öffentlichkeit liest, wird zwangsläufig des öfteren laut und spontan herauslachen und damit eine Menge Blicke auf sich ziehen.
Das Buch:
Daniel Glattauer «Schauma mal»
Kolumnen aus dem Alltag
144 Seiten
SFr. 27.40
Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag Wien 2009
ISBN: 3-552-06094-4
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