Buch-Tipp: Carmen Bregy «Im Stillen umarmt»
Möglicherweise ist einem das «Du» abhanden gekommen, und wenn es danach aussieht, als würde das «Du» nicht mehr zurückkommen, bleibt die Frage, ob und wie schnell man sich damit arrangieren kann.
Diese Frage stellt sich im Roman «Im Stillen umarmt» von Carmen Bregy, die in Basel lebt und arbeitet und mit diesem Buch ihren Erstling vorlegt. Die Protagonistin adressiert die Geschichte an eine Frau, mit der sie eine lange Liebe erlebt hat: Die Beiden sind gereist, haben zusammen gegessen, gelacht und gestritten.
Während das «Du» immer wieder vor der Nase der Protagonistin herumtänzelt, setzt diese alles daran, sie zurückzugewinnen, manchmal liebevoll, manchmal trotzig, auf jeden Fall stoisch oder wie man heutzutage sagt «beratungsresistent», denn ihr Umfeld rät ihr zunehmend dazu, sich das «Du» aus dem Kopf zu schlagen.
Es sei dahingestellt, ob man sich mit der Haltung der Protagonistin identifizieren und die gefühlte Unendlichkeit beim Warten auf ein Zeichen aushalten will; auf jeden Fall weiss Carmen Bregy um treffende Wortkonstellationen um das Verlangen und seine momentanen Erfüllungen festzuhalten und auch anderweitig zeichnet sie schöne Wortbilder; ihre Wolken beispielsweise schwingen ihr zuckerwattiges Haupt ins weite Blau.
«Im Stillen umarmt» ist ein Muss für: Rekonvaleszente, die in diesem Buch Liebesbekundungen gegenüber einem «Du» wieder finden, die sie aus ihrem eigenen Kopf kennen. Gleichzeitig können die Leserinnen und Leser die Perspektive der Aussenstehenden einnehmen und die Bekundungen für wortwörtlich vergeudete Liebesmüh' halten.
Das Buch:
Carmen Bregy «Im Stillen umarmt»
Roman, 156 Seiten
Querverlag, Berlin
ISBN: 3-89656-162-6
CHF: 26.50
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