Buch-Tipp: Dieter Moor «Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht»
Dieter Moor hat sich nach Brandenburg zurückgezogen und hat dort gelernt, so manche Schweizer Eigenart abzulegen
Dieter Moor, gebürtiger Schweizer und Fernsehschaffender mit gutem Ruf und Ruhm in Deutschland und Österreich, löst zusammen mit seiner Frau den Bauernhof in der Schweiz auf - die Beiden siedeln auf einen Hof in Brandenburg um, mit dabei sind Hunde, Katzen, Enten, Esel und Pferde.
Von Dieter ungesehen, haben die Moors (ob es sich dabei wirklich um Sonja und Dieter Moor handelt? Dazu gleich...) den Hof gekauft - er vertraute seiner Frau, die ihm am Telefon von Hof vorschwärmte, voll und ganz.
Als er sich selber anzusiedeln versucht, wird er mit einer Realität konfrontiert, die er sich so nie und nimmer hätte vorstellen können - die Vormieter sind noch nicht ganz ausgezogen, auf dem nahe gelegenen Feld finden Technopartys statt, deren wummernde Bässe bis zum Hof dröhnen und die Bewohner des kleinen Dorfes scheinen ihm erst ziemlich ruppig.
Moor nennt immer wieder den «kleinen Schweizer» in ihm, der sich immer erklären will, alles ausdeutschen möchte, meint, dass es einen langen Dialog braucht, um einen Termin, den er dann pünktlich auf die Minute einhalten will, zu fixieren. Diese Umständlichkeit ist ein grosser Gegensatz zur direkten Art der Dorfbewohner, die, nachdem sie die Neuzuzüger beschnuppert haben, verlässlich und unaufgeregt hilfsbereit sind. Man spürt es beim Lesen richtiggehend: Moors Herz öffnet und dehnt sich zunehmend, nimmt Umland und Leute in sich auf.
Die Geschichte stimmt: Die Moors sind nach Brandenburg gezogen. Im Vorwort macht Moor aber darauf aufmerksam, dass er und seine Frau real, die restlichen Figuren im Buch aber erfunden sind. Trotzdem: Im Dezember 2009 begann eine juristische Auseinandersetzung um das Buch, weil sich eine Person darin wiederzuerkennen glaubt.
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