DRS 3 Best Talent: Steff la Cheffe, die Beatbox-Königin
Bringt Humor in die HipHop-Szene: Steff la Cheffe.
Die Anfrage kam aus Deutschland und der Absender war ein Star: Dieter Bohlen wollte Beatboxerin Steffe La Cheffe in seiner Show «Das Supertalent» haben. Stefanie Peter, wie sie bürgerlich heisst, sagte ab. «Keine Zeit», so die offizielle Begründung.
Doch im DRS 3-Interview rückt sie mit der Wahrheit heraus: «Er ist ja auch nicht der Sympathischste.» Und ausserdem stehe sie «solchen Shows» kritisch gegenüber. «Die fördern Talente ja nur bedingt. Es geht um Unterhaltung und darum, dass man das Leid der 99 Prozent, die auf der Strecke bleiben, inszeniert.»
Rap, ihre erste Liebe
13 Jahre alt war Steffe La Cheffe, als sie ihre erste Rap-CD bekam. «Es war Liebe auf den ersten Blick». Doch sie hat ihre Augen auch für anderes offen: Letztes Jahr war sie mit dem Schweizer Harfenmusiker Andreas Vollenweider auf Tour.
Der erfolgreiche Pop- und Jazz-Musiker und die Newcomer-Beatboxerin - eine ungewöhnliche Kombination. «Viele im Publikum kennen das Beatboxen noch nicht. Aber nach eineinhalb Stunden Show haben wir sie meistens im Sack.»
Eine weitere Zusammenarbeit ist Steffe La Cheffe mit dem Zürcher HipHopper Dodo eingegangen. Auf drei Songs seines Albums ist sie zu hören - unter anderem auch im Hit «Plan B».
«Bittersüessi Pille»
Die junge Bernerin ist hübsch. Doch ihre langen Haare hat sie zu einem Zopf zusammengebunden. «Wenn ich sie offen trage, lenken sie zu sehr ab. Ich will, dass man mir in die Augen schaut und zuhört», sagt sie auf DRS 3.
Und wenn man zuhört, merkt man, dass sie böse sein kann. In ihrem Track «Annabelle», den sie für MusicLab live performt hat (siehe Video), gibt sie Tussis Saures. «Frag d'Brigitte oder d'Petra - die wüsse wiiter bi jedem Thema.»
Die «Bittersüessi Pille», die sie in «Annabelle» besingt, ist eine Psychopille, die den Konsum- und Karrieregetriebenen durch den Tag hilft. Und hat ihrem ersten Album den Titel gegeben. Darauf rappt sie, beatboxt sie, zeigt sich von der ernsten und der witzigen Seite.
Ganz persönlich
«Es sind viele persönliche Dinge auf dem Album. Ich schreibe, was mich bewegt.» Texte und Sounds, die sie in den Kreis der DRS 3 Best Talent-Nominierten gebracht haben. Eine von ihnen wird nächstes Jahr erstmals mit einem Swiss Music Award ausgezeichnet. (jam)
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