Buch-Tipp: Martin Suter «Allmen und die Libellen»
Auch Martin Suter selber scheint dem gepflegten Lebensstil nicht abgeneigt. (key)
Suter stellt Allmen auf typisch sutereske Art vor, knapp, treffend und still vergnügt: «Er mochte etwas über vierzig sein. Sein gutgeschnittenes Gesicht hätte eine etwas weniger platte Nase verdient.» Allmen lebt gerne gut und hat das Erbe seines Vaters stilvoll ausgegeben.
Um wieder zu Geld zu kommen, beliefert Allmen einen Antiquitätenhändler mit wertvollen Gegenständen wie Schalen mit Libellenmotiv. Allmen hat zwar Erfahrung mit dem Entwenden von Gegenständen, mit dem Verschwindenlassen dieser Vasen tritt er aber eine Ereigniswelle los, die ihn in Schwierigkeiten bringt: Es wird sogar ein Mordanschlag auf ihn verübt.
Allmen und Carlos
Der stets um Gelassenheit bemühte Allmen verliert des Mordversuchs wegen die Contenance und wendet sich ratlos und ängstlich an seinen Butler Carlos, der nur etwas sagt, wenn es stimmt oder passt. Gemeinsam hecken sie einen Plan aus, der nicht ganz sauber, aber smart ist.
Der Krimi lässt das Blut in den Adern nicht gefrieren, das ist auch nicht nötig. Suter lässt sich beim Erzählen nicht hetzen, er erzählt wie immer süffig und wählt die Worte sorgfältig. Das trägt. Nicht nur über die Handlung will man immer mehr wissen, sondern auch über Allmen, er reizt. Er gibt sich weltgewandt, gerät aber in Hektik, wenn es um praktische Dinge wie das Bedienen eines Computers geht.
«Allmen» ist ein Muss für Wertschätzende. Der charmante Krimi um die charismatische Hauptfigur Allmen liest sich schon jetzt wie ein Klassiker. (kum)
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