Buch-Tipp: «SOS Belser»
Belser absolvierte zwar die Hotelfachschule in Zürich, flog oder besser schiffte dann aber aus: Von Amsterdam nach Westindien, auch wenn er keine Ahnung hatte, wo Westindien überhaupt war. Keine Ahnung zu haben zieht sich wie ein roter Faden durch die aufregenden Erlebnisse des Mannes, der jegliche Berufe lernte, meistens durch learning by doing: In Venezuela, wo er fünfzig Jahre verbrachte, war er unter anderem Verkehrspolizist, Urwaldpilot oder Maschineningenieur.
Fragte ihn einer an, ob er etwas machen oder helfen könne, tat Belser es, erfrischend zuversichtlich, dass es schon irgendwie gehen wird. Als 1967 Venezuela von einem Erdbeben erschüttert wurde, war Belser bei der freiwilligen Feuerwehr und arbeitete 48 Stunden pausenlos durch, klügelte ein eigenes Funksystem aus und organisierte so Hilfsmittel. Das rote Kreuz honorierte den Einsatz mit einer Medaille.
Die Leidenschaft, sich Hals über Kopf in alle möglichen Angelegenheiten zu stürzen, wurde Belser wiederholt zum Verhängnis: Er verlor einige Male Job oder Geld, die Frauen überrumpelten ihn und mehr als einmal war er schneller verheiratet und Vater als ihm lieb gewesen wäre.
Schöne Frauen sind seine Leidenschaft – und Flugzeuge. In seinem Buch schreibt er im Vorwort: «Ich habe viel geliebt. Attraktivste Frauen. Müsste ich mich jedoch entscheiden zwischen Frauen und Flieger, ich würde fliegen wollen. Jederzeit. Heute noch».
In dem Alter, in wir 30jährigen dachten, der Begriff «Abenteuer» sei mit dem Lesegenuss der TKKG-Serie gleichzusetzen, stand Belser bereits auf der Startrampe um alle Abenteuer am eigenen Leibe zu erleben.
«SOS» ist ein Muss für: Duckmäuse. Lesen und Mut saugen!
Das Buch:
Edgar Belser, Franziska Schläpfer / «SOS Belser»
Wörterseh Verlag, 192 Seiten
ISBN: 978-3-03763-009-0
CHF: 34.90
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