Game-Experiment: Ego-Shooter spielen ohne zu schiessen
IT-Redaktor Reto Widmer versucht sich mit dem Kämpfer Rico anzufreunden.
Hier sein Erfahrungsbericht: Was den Controller der Gamekonsole betrifft, habe ich eine linke Hand. Was das Sturmgewehr `57 (Stgw 57) betrifft, hatte ich zwei linke Hände, mit denen ich die Minimalpunktezahl beim «Obligatorischen» immer ganz knapp erreichte.
Kurz: Ich bringe denkbar schlechte Voraussetzungen mit, einen Shooter zu spielen. Ich hatte mir deshalb vorgenommen, als «Just Cause 2» ganz entspannt und vor allem friedlich anzugehen.
Das ist allerdings schwierig bei einem Spiel, dessen Startsequenz sich in einem Militärhelikopter abspielt, der von gegnerischem Flag unter Beschuss genommen wird und bei einem Agenten (Rico Rodriguez), der nichts lieber macht, als aus dem Helikopter herausfallenden Toten nachzustürzen, um ihnen während des freien Falls wichtige Speicherkarten aus dem Hosensack zu klauben. Fallschirm? Ja, schon, aber bitte erst, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Reto Widmer weiss durchaus mit Waffen umzugehen. Hier in der Rekrutenschule 1992.
Cool gleitete ich als Rico auf den schneebedeckten Boden. Die Landschaft ist nicht gerade romantisch, aber sehr schön anzusehen. Und sie lädt zum Schneeschuhlaufen ein. Das aber findet Rico nicht toll. Er will rennen. Und rennen. Und rennen.
Und eine gut gesicherte militärische Anlage erobern, wozu er mit Widerhaken um sich werfen kann. Hier stiess ich dann mit meinen Controller-Fähigkeiten (eine linke Hand) schnell an meine Grenzen, das mit den zwei linken Händen (schiessen) wollte ich erst gar nicht ausprobieren.
Und so war Rico leider sehr schnell tot. Aber auch schnell wieder lebendig, denn «Just Cause 2» hatte mich tatsächlich gepackt und in den Bann gezogen. Und für einmal wurde es mir nicht einmal schlecht vor dem Fernseher. Selber steuern ist einfach besser als Zuschauen – und so schwierig ist das mit dem Controller gar nicht, die Steuerungslogik dieses Games ist voll in Ordnung!
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