DRS 3 Buch-Tipp: «Cowboysommer» von Hansjörg Schertenleib
«Cowboysommmer» - ein Roman über die Zerbrechlichkeit der Menschen.
Die Hauptfigur Hanspeter wächst in den 70er Jahren in der Schweiz auf, interessiert sich für Fussball, Musik und Mädchen. Er ist ein unsicherer Heranwachsender, wie es ihn gab, gibt und geben wird. Der schnoddrige Boyroth wird sein Freund und Wegweiser, an dem sich Hanspeter oft willig, oft wütend, orientiert.
Ein eigenes Abenteuer wagen
Dass Boyroth seine Motorrad-Abenteuer mit Fabio und nicht mit ihm unternimmt, ist für Hanspeter Grund genug, in den Ferien alleine mit dem Zug nach Norwegen zu reisen. Er distanziert sich von Boyroth und erlebt ein eigenes Abenteuer.
In der Zwischenzeit passiert in der Schweiz ein Unglück: Yolanda, Boyroths Schwester, fährt auf Fabios Sozius mit, die Beiden verunglücken und sterben. Als Hanspeter zurückkehrt und Boyroth aufsucht, bäumt sich dieser mit einem «Du wärst besser hiergeblieben» auf - doch er ist gebrochen und fängt sich nicht mehr auf.
Der Mensch bleibt fragil
Der Roman zieht den Bogen bis ins Jahr 2010: Hanspeter trifft Boyroth, der als Randständiger lebt. Auch wenn Hanspeter sich schon lange aus seinem Kokon gewunden hat und im eigenen Leben schillert, wird er bei der Begegnung sofort auf seine Gefühle gegenüber Boyroth zurückgeworfen.
«Cowboysommer» schildert mehr als die Reise eines Heranwachsenden ins eigene Leben: Er erzählt davon, dass der Mensch in all seinen Lebensabschnitten- und Umständen zerbrechlich bleibt.
«Cowboysommer» ist ein Muss für: Wortschluckspechte. Die (Rede)Befangenheit, die Hanspeter durch seine wechselnden Gefühle erfährt, wird wortvoll umgesetzt. (tk)
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