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28.09.2010

Buch-Tipp: Andrea Gerster «Schandbriefe»

Vielleicht hätte die Hebamme anstelle von «Es ist ein Junge» sagen sollen: «Sie sind jetzt Mutter». Die Ich-Erzählerin ist 18 Jahre alt, als ihr Sohn Aik geboren wird, es gibt keinen Vater, es gibt nur einen «Erzeuger».

Dieses Buch blickt hinter die Jalousien...

Schandbriefe
von Andrea Gerster

Buch
CHF 26.50

  • Kaufen

Sie ist in einem Spitalzimmer mit erfahrenen Müttern und weiss nicht, wie man das macht, Mutter sein. Als sie mit dem Neugeborenen in ihre Wohnung zurückkehrt, erhält sie anonyme Briefe, Schandbriefe. «Schlampen sind schlechte Mütter», steht da in ausgeschnittenen, aufgeklebten Buchstaben.

Widerwillige Vatersuche
Aus dem Baby Aik wird ein Mann. Es drängt ihn nicht, etwas über seinen Erzeuger zu erfahren, er wird gedrängt, von seiner Freundin Rena. Sie ist schwanger und möchte mehr über den Grossvater des Ungeborenen erfahren. Aik geht die Nachforschungen widerwillig an, weiss er doch, dass er dabei die Mutter nicht umgehen kann und dass seine Fragen verletzen könnten.

Ein Familienpuzzle
Aus der 18jährigen Mutter wird eine Frau, die weiss, was ihr behagt und was nicht. Aus dem Neugeborenen, ihrem Sohn, wird ein Mann, der die Familienpuzzle-Teilchen sucht. Er findet sie, aber sie können nicht passend gemacht werden. Andrea Gerster erzählt ohne Schischi zwei intensive, berührende Geschichten, die ohne einander nicht sein könnten. ...

Und ohne das Rätsel zu lüften, darf hier gesagt sein: Die Person, die die Schandbriefe schrieb, hatte aus ihrer Sicht allen Grund dazu.

«Schandbriefe» ist ein Buch für: Stammbäumige. Das Buch geht der Frage nach, wie weit Äpfel vom Stamm fallen können.

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