Apps im Kinderzimmer
Keine Berührungsängste: Apps für Kinder sind im Trend
Keine Berührungsängte
Die Tatsache, dass sich Smartphones und Tablets per Finger steuern lassen, macht sie speziell für kleine Kinder zugänglich. Zugänglicher, als es ein PC je sein konnte. Keine Maus und keine Tastatur stellt sich als Hürde zwischen das lern- und spielwillige Kind und das Gerät.
Tablet ist nicht gleich Computer
Daneben, dass ein Tablet-PC wie das iPad für Kinder schneller zu erlernen und leichter zu bedienen ist, hat der Touchscreen gemäss Medienpädagoge Andy Schär noch einen weiteren wichtigen Vorteil: Es können mehrere Personen gleichzeitig in die Handlung auf dem Schirm eingreifen. Niemand kontrolliert mit der Maus alleinig das Geschehen.
Das macht das Tablet zu einem viel kommunikativeren Gerät als der PC. Es absorbiert den Benutzer auch weniger, weil der Bildschirm nicht fix auf dem Tisch steht und damit die Blicke förmlich fixiert. Gleiches gilt auch für das Smartphone.
Was ist pädagogisch wertvoll?
Diese Frage ist gemäss Medienpädagoge Andy Schär von der Fachhochschule Nordwestschweiz sehr schwierig zu beantworten. Der gesunde Menschenverstand der Eltern ist hier ebenso ein Gradmesser, wie das Interesse der Kinder der jeweiligen App gegenüber. Zwei der wenigen messbaren Kriterien sind beliebige Wiederholbarkeit der einzelnen Einheiten der App - Kinder mögen Repetitionen - und der Verzicht auf eine Erzählstimme. Die Aufgaben oder die Ziele in der App sollten für die Kinder ohne viel Erklärung ersichtlich sein.
Wie viel ist genug?
Experten sind sich bis heute nicht einig darüber, wie viel Zeit Kinder pro Tag mit einem Bildschirm verbringen sollten, ohne sich einem negativen Effekt auszusetzen.
Vorsichtige Empfehlungen raten von Bildschirmkonsum (v.a. TV) bei Kindern unter unter drei Jahren gänzlich ab. Kinder von drei bis sieben sollten nicht mehr als 30 Minuten bis eine Stunde täglich vor einem Bildschirm sitzen. Die Experten sind sich aber darin einig, dass die Kinder sich Medienkompetenz aneignen müssen und dass sie darum explizit in Kontakt mit diesen Medien treten sollen.
Werbung, Baby!
Die Apps für die Kleinen sind meist für ein, zwei Franken zu haben. Einzelne setzen auf Werbung und sind dafür kostenlos. Gerade bei Kindern ist dieses Modell allerdings fragwürdig.
Auffallend ist auch, dass immer mehr PR-Kampagnen Apps beinhalten. So bieten unter anderem einer Schweizer Versicherung oder die Grossverteiler Migros und Coop kostenlose Apps an, die auf Kinder zielen.
Auch wenn die Apps zum Teil einen Lern- oder Unterhaltungs-Effekt haben, sollte man sich in solchen Fällen zumindest bewusst sein, dass man einer Kampagne aufsitzt.
Gattungen / Genres
Apps für Kinder stecken sowohl formal, als auch inhaltlich ein breites Feld ab. Die einzelnen Genres zielen dabei in erster Linie auf verschiedene Altersgruppen. Fast allen ist gemein, dass dem spielerischen Element eine wichtige Rolle zukommt. Grob kann man folgende Gattungen definieren:
-Malen, Zeichnen, Musizieren - ab 2 Jahren
-Puzzles, Memory & Wimmelbücher - ab 3 Jahren
-Sprache, Bilder & Wörter - ab 4 Jahren
-Rechnen, Schreiben, Allgemeines Wissen - ab 5 Jahren
Beispiele
Wir können an dieser Stelle nicht dem Anspruch gerecht werden, eine umfassende App-Liste abzubilden. Die folgenden Apps sind als exemplatische Vertreter einzelner Kinder-App-Genres zu verstehen und gehören dabei zu den beliebteren ihrer Sorte.
Schlaf Gut! (Tiere ins Bett bringen, iPhone/iPad)
Animatch (Memory-Spiel mit Klängen, iPhone, Android)
Kid Art (Malen und Ausmalen, iPhone, Android)
Magnetisches ABC (Buchstaben lernen, iPad, Android)
Balloonimals (Ballone aufblasen und Tiere formen, iPhone, Android)
Weitere Links zum Thema:
www.my-pad.ch Bewertung von Apps für Jugendliche und Kinder
www.iphonekinderapps.de Nur iOS-Apps, mit Alterkategorien 1-3, 3-6 usw.
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