Slope Track: Das Handy warnt vor Tempo-Rausch
Das eigene Fahrvermögen besser einschätzen: «Slope Track» hilft
«Die Hölle, das sind die anderen», schrieb der launische Franzose Jean-Paul Sartre. Stimmt aber nicht für die Skipiste! Dort sind wir uns nämlich selbst der schlimmste Feind. Zum Beispiel, weil wir das eigene Fahrkönnen überschätzen, Dinge wie Reaktions- und Bremsweg dagegen unterschätzen. Letztere zum Beispiel betragen bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h gut 12 Meter - ganz schön viel.
Eigenes Fahrvermögen besser einschätzen
Mit der Gratis-App «Slope Track», die es neben einer Version für's iPhone neu auch für Android-Geräte gibt, will die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva für mehr Tempo-Bewusstsein auf Schweizer Pisten sorgen. Die App misst auf der Piste die Geschwindigkeit und macht auf Gefahren aufmerksam. Das soll helfen, das eigene Fahrvermögen besser einzuschätzen und Unfälle zu vermeiden.
Damit die App nicht zum Tempobolzen verleitet, ist sie während der Abfahrt gesperrt. Wie schnell man unterwegs war, erfährt man also erst im Ziel (ausgewertet als hübsches Diagramm). Um die Jagd nach Tempo-Rekorden zu verhindern, werden nur Geschwindigkeiten bis 70 km/h aufgezeichnet.
Ein Sturz aus 5 Metern Höhe
Die Suva hat die App vor etwas mehr als einem Jahr lanciert. Seither haben 22'000 der über 70'000 Benutzer ihre Geschwindigkeits-Daten der Suva übermittelt und die Versicherung hat 110 davon genauer analysiert. Resultat: Ski- und Snowboardfahrer sind in der Schweiz mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 35 km/h unterwegs. Bei diesem Tempo bleibt ein Reaktions- und Bremsweg von um die 8 Meter. Eine Kollision bei 35 km/h entspricht einem Sturz aus 5 Metern Höhe.
Mit dem Thema Sicherheit auf der Skipiste hat sich auch die Sendung «Input» befasst und neben der «Slope Track»-App auch andere Massnahmen vorgestellt, die Verletzungen beim Ski- und Snowboardfahren vorbeugen sollen.
Jürg Tschirren
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