Mariopedia: Die Erfolgsgeschichte einer Spielfigur
Der kleine Mario mit grossem Schnurrbart konnte rennen und springen und fliegen. Sein Ziel: gegen den wild gewordenen Gorilla zu kämpfen und die entführte Prinzessin zu retten. Das war schon ein grosser Schritt im Vergleich zu dem damaligen Hit „Pac-Man“, der nur auf dem Bildschirm die kleine Punkte fressen durfte und noch keine Konkurrenz hatte.
Mit Mario kam eine neue Generation von Videogames. Nach zwei Jahren sah man ihn mit seinem Bruder Luigi im Arkad-Spiel «Mario Bros». Auch bei dem ersten tragbaren Videospielgerät der Welt war «Super Mario Land» der grösste Hit. 1996 erschien Super Mario in 3D und wurde von Experten zum «bestem Videospiel aller Zeiten» erklärt. Seitdem hat Mario viele Avatars gehabt: Mal als Dr. Mario, mal als Sportler in Mario Tennis, Mario Golf, Mario Baseball und Mario Football.
Die Figur mit der lustigen Stimme
Aber eines blieb immer noch gleich: Seine Stimme, die er von dem amerikanischen Schauspieler und Synchronsprecher Charles Martinet bekommt. Martinet hat schon in den Achtzigern versprochen seine Stimme Mario zu verleihen, kam aber wegen der damaligen Technologie und begrenzten Speicherplätze erst im Jahr 1996 dran.
Obwohl Mario als ein Italiener ausgezeichnet ist, entschied sich Martinet ihm keine klischehafte italienische Stimme zu geben. Seit 15 Jahren sind seine «Juhuus» und «Mamma mia» ganz beliebt. Inzwischen verleiht Charles Martinet seine Stimme nicht nur dem Spengler, sondern auch den anderen Figuren im Spiel: Marios Bruder Luigi und der Gegenfigur Wario u.a. Martinet identifiziert sich mit allen Figuern.
Jeder findet sich bei Mario wieder
«Alle diese Figuren verkörpern eine Charaktereigenschaft, die wir auch kennen. Manchmal sind wir fröhlich wie Mario, verschüchtert wie Luigi oder garstig wie Wario», erklärt der Schauspieler. «Mario ist wie Hamlet. Wir können mit ihm fühlen, uns mit ihm identifizieren.» Kaum wusste Martinet damals, dass Mario so ein wichtiger Teil sein Lebens werden kann, dass er sich kein Leben ohne ihn vorstellen würde.
Auch Nintendo hat mit so einem Erfolg nicht gerechnet. Als die japanische Firma in den USA mit dem ersten Mario-Spiel herauskam, erwartete sie ein Flop. Mario wurde aber genau so bekannt wie Mickey Maus. Gleich in den ersten zwei Jahren verkaufte Nintendo mehr als 60'000 Donkey-Kong Automaten. Und die Erfolgsgeschichte geht immer noch weiter. Mario bleibt der beliebteste Viedeospielfigur und das meistverkaufte und berühmteste Videospiel überhaupt. (bi)
