«Ich habe keinen Sololauf gemacht»
Gemischte Gefühle zum Abschied: Micheline Calmy-Rey, hier bei ihrer Verabschiedung im Parlament. (Keystone)
In wenigen Tagen endet für die amtierende Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey ihre Zeit als Bundesrätin. Die Genfer SP-Politikerin, die die Aussenpolitik der Schweiz in den vergangenen neun Jahren wohl so stark prägte wie wenige ihrer Vorgänger, blickt mit gemischten Gefühlen auf den letzten Tag im EDA.
«Da ist Freude auf die Zukunft, aber da ist auch eine gewisse Nostalgie», sagte Calmy-Rey im «Tagesgespräch» von Schweizer Radio DRS. Sie habe sich neun Jahre lang für die Schweizerische Aussenpolitik engagiert, «neun Jahre, in denen ich stolz war, die Schweiz vertreten zu dürfen.» Dass dies nun zu Ende gehe, stimme sie auch etwas wehmütig. «Was ich getan habe, habe ich gern getan», so Calmy-Rey.
«Bilateralen Weg vertiefen»
Gefragt nach ihrer persönlichen politischen Bilanz der vergangenen neun Jahre wies Calmy-Rey auf die Europapolitik hin. «Ich habe versucht, den bilateralen Weg zu vertiefen und ich glaube, das ist uns gelungen.» Nun anerkenne auch die EU diesen Weg, «das war vor einigen Jahren noch schwierig. Die wollten das nicht.»
Kritik, sie habe das Amt für Sololäufe genutzt, wies Calmy-Rey zurück. Aussenpolitik sei Sache des gesamten Bundesrates, dieser entscheide. Zwar habe jeder Bundesrat gewisse Spielräume, aber ohne die Unterstützung des Bundesrates hätte sie nie erreichen können, was sie erreicht habe, so Calmy-Rey. (ank)
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