Film-Tipp: Pessimist heiratet Optimistin
Glänzen als ungleiches Paar: Larry David und Evan Rachel Wood.
Eigentlich hat Woody Allen das Drehbuch zu «Whatever Works» schon in den 70er Jahren geschrieben, aber als der vorgesehene Hauptdarsteller Zero Mostel 1977 starb, legte Allen das Projekt auf Eis. Während des letztjährigen Streiks der Drehbuchautoren holte Allen den alten Stoff wieder hervor und machte sich an die Umsetzung. Nach vier in Europa gedrehten Filmen - darunter «Match Point» und «Vicky Cristina Barcelona» - kehrt Woody Allen mit «Whatever Works» nun in seine Heimatstadt New York zurück.
Dort lebt der pensionierte Physikprofessor Boris Yellnikoff (Larry David). Er ist ein chronischer Pessimist und Miesepeter. Die junge Ausreisserin Melody (Evan Rachel Wood) die sich mit naiver Selbstverständlichkeit bei ihm einquartiert, ist jedoch das pure Gegenteil. Eine Frohnatur, die in allem das Gute sieht, sogar im paranoiden Besserwisser Boris. Und weil die beiden einander letztlich so gut ergänzen, heiraten sie sogar, auch wenn er 40 Jahre älter ist als sie. Alles wie im Märchen, denkt man. Weit gefehlt: Woody Allens Frau ist tatsächlich 38 Jahre jünger als der 74-jährige Regisseur. Der Film ist also durchaus selbstironisch zu verstehen.
Vor allem andern ist «Whatever Works» allerdings ein Plädoyer für Lebensfreude und das Motto, aus allem das Beste zu machen. So ist der Titel zu verstehen: Was immer funktioniert, soll man leben. Insofern hat dieser Film eine versöhnliche Note und wirkt wie die Geschichte eines Mannes, der trotz aller Widrigkeiten mit sich und dem Leben Frieden geschlossen hat. Man kann «Whatever Works» allerdings auch einfach als lockere Komödie betrachten. Keins von Woody Allens Meisterwerken zwar, aber klar besser als seine Durchschnittsfilme.
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