Film-Tipp: Poesie fürs Auge
Seltene Nähe zwischen John Keats (Ben Whishaw) und Fanny Brawne (Abbie Cornish). (Pathé Films)
Die Geschichte ist so alt wie die Menschheit: Zwei Menschen lieben sich, können aber wegen gesellschaftlicher Hindernisse nicht zusammen kommen. Noch selten wurde diese Geschichte mit so viel Herz und Mut im Kino dargeboten.
Jane Campion hat den Mut, Originalgedichte und Briefstellen des Romantikers John Keats (1795 - 1821) zu zitieren. Und sie hat auch den Mut, das Pathos, das bei einer so aussergewöhnlichen Liebesgeschichte automatisch entsteht, zuzulassen. Deshalb geht der Film auch so nahe. Und auch weil die Besetzung der Hauptrollen äusserst gelungen ist: Ben Whishaw, der Mädchenmörder aus «Das Parfüm», spielt John Keats, und Abbie Cornish glänzt als die einfache Schneiderin Fanny Brawne. Die 27-jährige Australierin ist die eigentliche Entdeckung des Films.
Die beiden Verliebten können nicht zusammen kommen, weil Keats ein armer Schlucker ist. Denn wer im viktorianischen England eine Frau nicht ernähren kann, der darf auch nicht heiraten. Fanny bekennt sich zu Keats, obwohl sie weiss, dass diese Liebe sie wohl nie glücklich machen wird. Zumal Keats' Freund sie ablehnt und Keats selber immer mehr unter der Tuberkulose leidet.
Mit Hilfe des Kameramanns Greig Fraser kreierte die Regisseurin Jane Campion unvergessliche Bilder, die einen nicht nur ins England des 19. Jahrhunderts zurück versetzen, sondern auch die Gefühle der Hauptfiguren nachvollziehen lassen. «Bright Star» ist eine grosse Filmperle, reine Poesie fürs Auge.
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