Film-Tipp: Heath Ledgers letzter Film
Doctor Parnassus‘ Tochter (Lily Cole) verliebt sich in Tony (Heath Ledger). (Pathé Films)
Im Film «The Imaginarium of Doctor Parnassus» hat Heath Ledger mehr Glück als in Realität. Als sympathischer Taugenichts Tony springt er nämlich dem Sensemann vom Karren. Dank einem Taschenspielertrick hat er den Galgenstrick überlebt. Um unterzutauchen, schliesst er sich einer bunten Schaustellertruppe an, deren Show «The Imaginarium of Dr. Parnassus» kaum noch gefragt ist. Doch mit Tonys Hilfe ändert sich das rasch wieder.
Das Imaginarium ist eine typische Terry-Gilliam-Idee. Die Leute denken, sie würden eine Art Spiegelkabinett betreten, in Wahrheit erkunden sie auf phantastische Art und Weise die Welt ihrer eigenen Seele. Nur beim Betrüger und Hochstapler Tony scheint es nicht so recht zu klappen. Jedes Mal, wenn er ins Imaginarium geht, ist er ein anderer. Einmal sieht er aus wie Johnny Depp, ein andermal wie Jude Law und schliesslich wie Colin Farrell. So hat Terry Gilliam aus der Not eine Tugend gemacht und das Fehlen seines Stars sogar kreativ umgemünzt.
Der ehemalige Monty-Python-Tausendsassa dreht Filme, die niemand wirklich einordnen kann. Sind «Brazil» und «12 Monkeys» wirklich Sciencefiction-Filme? Erzählt «The Brothers Grimm» Biografien? Sicher sagen lässt sich nur eines: All diese Filme sind unvergleichliche Terry-Gilliam-Filme. Das gilt nun auch für «The Imaginarium of Doctor Parnassus». Phantastisch, märchenhaft, abgehoben, durchgeknallt, romantisch und unkonventionell. Mit solchen Begriffen lässt sich der Film mehr schlecht als recht beschreiben. Denn einen richtigen Terry-Gilliam-Film kann man nicht beschreiben. Man muss ihn selber sehen.
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