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23.02.2010

Buch-Tipp: Andri Perl «Die fünfte, letzte und wichtigste Reiseregel»

«Die fünfte, letzte und wichtigste Reiseregel» ist ein Muss für Weltraumforscher. Perl stellt eine Familie wie ein Planetensystem auf, die Planeten laufen alleine in ihren Bahnen, sind je ein Universum und gemeinsam im Grösseren verbunden.

Nach der Lektüre von Andri Perls Buch möchte man ihn am liebsten verpflichten, schnell ein nächstes zu schreiben

Die fünfte, letzte und wichtigste Reiseregel
von Andri Perl

Buch
CHF 34.80

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Dieses Buch funktioniert auch also «Hallo-Wach» (schlaflos lesen Sie sich durch wache Nächte und müde Tage), liest sich also am liebsten und besten in einem Rutsch. Es ist aber auch ein Reiseführer vom Engadin nach Rom und schont nicht Geist und Gedanken, die sich leicht von der Lektüre bewegen lassen.

«Die letzte, fünfte und wichtigste Reiseregel» ist der Debütroman des 1984 in Chur geborenen Andri Perl - im richtigen Leben Rapper bei Breitbild,  der Bündner HipHop-Formation.

Dessen Hauptfigur Christoph Roth bricht mit der Rhätischen Bahn auf, mit dabei - als Bürde und oder Reiseantrieb - das abgeschlossene Studium, zwei amouröse Erlebnisse unterschiedlicher Natur und unglücklicher Art.

Und er hat seine Grossmutter verloren, die ihm die Gedichte ihres Bruders - wie sie behauptet - überlassen hat. Dieser, Lorenz Steiner, verliess das Engadin fluchtartig, machte seine Reisestationen seinen Gedichten zum Titel und sandte sie Anna. Roth reist den Gedichten nach: Lavin - Meran - Venedig und so weiter.

Wie im Leuchtturmlicht zeigt Perl abwechselnd seine Erzählebenen, dimmt die Übergänge zwischen diesen so gekonnt, dass man weitergleitet. Roth reist zur Zeit der Fussball-WM 2006, erinnert sich dabei an Facetten seiner Kindheit im harmonischen Elternhaus und erfährt die Lebensgeschichte von Lorenz Steiner, die den Familienfrieden für Roth bersten lässt und ihn am Ende auf eine den Atem stocken lassende Weise wieder  zusammenführt.

Eine Familiengeschichte, auf ungewohnte Weise aufgeschlüsselt, erzählt ohne Angst vor Redundanzen, Gefühlen und Sprachliebhabereien: «Ein Wrack meiner selbst lag ich, lag lange, lange lag ich»). «Die fünfte, letzte und wichtigste Reiseregel» verpflichtet Roth dazu, nicht von der durch die Gedichte vorgegebenen Reiseroute abzuweichen, die andern Regeln muss man unbedingt selber nachlesen.

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