Buch-Tipp: Manfred Loimeier «Elf»
Liebenswerte Figuren in lebendigen Geschichten, die wütend machen und zum Lachen und Staunen bringen.
Die Texte wurden eigens für diesen Band geschrieben und berichten vom Taumel der derjenigen (wenigen) armen Südafrikanern, die dank der WM zu Geld kommen. Von denen die, wie in «Xola», kaum mit dem schnellen Wechsel von arm zu reich umzugehen wissen und sich im Geldregen verlieren.
Lebende Souvenirs
Die Ich-Erzählerin in «Schock» hingegen funktioniert ihr Haus kurzerhand in eine Pension um, spottet heimlich über die Europäer, die bei ihr zu Gast sind und sich über das Südafrikanische Fussballteam lustig machen. Was sie den Gästen zum Frühstück vorsetzt, würde sie selber nie essen. Eine ironisch-komische Geschichte, die mit dem Fund von zu schmuggelnden Souvenirs endet: Notabene lebenden.
Südafrikas Jungautoren im Schwung
Ein Angestellter, der das sich im Bau befindliche Stadion bewacht, ein Trompeter, der für die WM-Touristen zum Strassenmusiker wird oder die ältere Lady, die einen verschwundenen Top-Fussballer auf ihrem Sofa aufzupäppeln glaubt.
Die liebenswerten Figuren in den lebendigen Geschichten, die wütend machen und zum Lachen und Staunen bringen, zeigen die Südafrikanischen Autoren einmal mehr in grossem literarischen Schwung: Vom Slangtext zur einfach erzählten, aber ganz und gar nicht simplen Geschichte liest sich alles in «Elf» alles, was das offene Herz für zeitgenössischen Literatur begehrt.
«Elf» ist ein Muss für: Hinter-die-Kulissen-Gucker. Mit diesem Buch sind wir nicht mit den Spielern, Trainern und Fans in den Stadien, sondern in den Gedanken der Figuren, deren Schöpferinnen und Schöpfer im Land der WM 2010 wohnen. (tk)
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