Buch-Tipp: Anna Mitgutsch «Wenn du wiederkommst»
In «Wenn du wiederkommst» erleben wir die Trauer in all ihren Facetten.
«Dad hat uns verlassen». Der Satz der Tochter reisst ein Loch ins Leben der Ich-Erzählerin, die gerade eine gute Zeit mit ihrem Ex-Mann verbracht hat. 15 Jahre nach der Scheidung und nachdem sich ihre Leben seit jungen Jahren immer und immer wieder gekreuzt haben.
Ein Mann und eine Frau, Lebensgefährten, die sich von der Demütigung bis zur Ermutigung alles gegeben haben. Gerade keimte die Hoffnung auf eine neue, gemeinsame Lebenszeit auf, die durch die bereits gemachten Erfahrungen bereichert wäre ... Aber nun ist Jerome tot.
Die Nachricht des Todes
Es sind unbedeutende Verrichtungen, das Abwaschen, das Einkaufen - doch erfährt man in einem solchen Moment vom Tod eines Menschen, der für einen bedeutsam war, wird man sich immer an dieses Abwaschen oder Einkaufen erinnern.
Hier setzt die Ich-Erzählerin an: Bei der Nachricht des Todes und von dort geht sie weiter: Sie erzählt ihr Jahr nach dem Tod von Jerome, ihrem Ex-Mann, dem Liebhaber vieler Frauen, dem liebevollen Vater und unnachgiebigem Anwalt, dem manchmal schroffen Freund, dem nachdenklichen Träumer; dem polarisierenden Menschen.
Eine Hommage an das Leben
Sie nennt, was sie an ihm nicht mochte, erinnert sich daran, was sie an ihm liebte, ihre Erinnerungen sind wütend, traurig und vieles mehr: Wir gehen mit ihr durch die Trauer, erkennen das Wesen der Gefühle darin, sehen, wie Gefühle schwanken, sich verändern, dass Narben, die über Verletzungen gewachsen sind, immer wieder aufreissen können und dass es das Schwierigste und auch das Schönste sein kann, wenn man sein Leben mit einem Verbündeten teilt.
«Wenn Du wiederkommst» ist ein Muss für: Malende. Durch Mitgutschs poetische Sprachfarben bilden sich die unterschiedlichsten Facetten der Trauer ab. (kum)
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