Nur eine Frage: Gibt es Ausserirdische?
Ein Sommer auf der Suche nach Antworten auf die grossen Fragen des Lebens.
Herr von Däniken, wenn Ausserirdische schon mal bei uns waren, wie Sie sagen - was für Beweise haben wir? Dies wollte DRS 3-Hörer William Steffen aus Fahrweid ZH wissen. «Es wimmelt von Indizien», meint der UFO-Autor Erich von Däniken, «aber es sind keine Objekte wie Raumschiffteile oder Ähnliches. Es gibt allerdings uralte Bücher mit Erzählungen von Augenzeugen.»
Diese Erzählungen stammten unter anderem aus dem Alten Indien, erzählt Von Däniken. Dort seien Menschen fremden Wesen begegnet. Die hätten ihnen Kleider und Körperpflegeprodukte gebracht, die auf der Erde noch unbekannt gewesen seien.
Autor Erich von Däniken: «Vielleicht gibts da draussen fliegende Elefanten»
Ausserirdische sähen wahrscheinlich ziemlich anders aus als wir, meint von Däniken. Die Evolution laufe ganz anders ab an einem anderen Ort im Universum. «Vielleicht gibt es da fliegende Elefanten oder hochintelligente Insektenschwärme.»
Wie sie auch immer aussehen: Von Däniken ist überzeugt, Ausserirdische seien schon auf der Erde gewesen und würden auch wieder kommen. «Die Mayas glaubten, sie kämen am 23. Dezember 2012» - also in nicht allzu ferner Zukunft - «ob dieses Datum genau stimmt, da kann man sich dann drüber streiten, aber zu irgend einem Zeitpunkt kommen sie sicher wieder.»
Mit unseren Problemen - Klimaveränderung, Energiegewinnung, Hunger - könnten sie uns allerdings kaum helfen. «Was wir angerichtet haben, dafür müssen wir selbst gerade stehen. Aber Ratschläge könnten sie uns vielleicht geben, weil sie Probleme wie die Unseren wohl schon hinter sich haben.»
«Ich glaube nicht, dass Ausserirdische zu uns auf die Erde kommen», sagt Dieter Sträuli, Psychologe der Universität Zürich. Er befasst sich intensiv mit UFOs und Ausserirdischen. Dass es ausserirdisches Leben gibt, glaubt er aber sehr wohl: Wissenschaftlich gesehen sei dies sehr wahrscheinlich.
Ausserirdische stellt er sich nicht wie Engel oder wie Monster oder wie grüne Männchen vor, sondern «einfach extrem fremd.» Ausserdem nicht ungefährlich: So habe z.B. der Physiker Stephen Hawkins gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass Ausserirdische uns freundlich gesinnt seien, sei nicht sehr gross.
Der Mensch beschäftige sich darum so gerne mit Ausserirdischen und ihren (angeblichen) Flugmaschinen, weil wir alle dazu neigten, mehr dazuzudichten zur Realität, die wir sehen. Auch ein gewisser Hang zur Realitätsflucht gehöre dazu, zur Sehnsucht nach dem Ungewissen, die aus den beliebten UFO-Geschichten spreche.
Psychologe Dieter Sträuli: «Bei den Entführungsgeschichten geriet meine Skepsis ins Wanken»
Auch als Psychologe ist Sträuli nicht immer immun gegen die Faszination socher Geschichten - etwa als die Erfahrungsberichte von Entführungen durch Ausserirdische gross in Mode kamen: «Es ist mir etwas peinlich, das zuzugeben, aber: Das ist ein Teil des Mythos der Ausserirdischen, bei dem meine Skepsis etwas ins Wanken geriet.» Heute könne er nicht mehr nachvollziehen, warum er für einen Moment selber ein bisschen dran geglaubt habe.
Raumfahrtsexperte Bruno Stanek: «Wir sind die Schlausten in der Milchstrasse»
Dass Ausserirdische zu uns kommen oder in irgend einer Form Kontakt aufnehmen könnten, findet auch Bruno Stanek nicht wahrscheinlich. Der Raumfahrtsexperte, der 1969 fürs Schweizer Fernsehen die Mondlandung kommentierte, glaubt nicht, dass wir Menschen irgendwann ausserirdischem Leben begegnen - jedenfalls nicht Lebensformen, die weiter entwickelt wären als wir: «Wenn so etwas da wäre in unserem Sonnensystem, das so weit entwickelt wäre, wäre es doch schon zu uns gekommen. Die Marsmenschen sind wir. Wir sollten uns selber nicht unterschätzen: Wir sind die Schlausten in der Milchstrasse.»
Und ausserhalb dieser Milchstrasse? Wesen, die von soweit weg kämen, wären uns kaum gefährlich, meint Stanek - «weil sie so weit weg von uns wären in Raum und Zeit, da wären sie uns etwa so gefährlich wie die Alten Griechen.» Man frage ihn manchmal, was sagen Sie denn, Herr Stanek, wenn doch mal ein Ausserirdischer vor Ihrer Tür steht? «Sternesiech, würd ich dann sagen!»
Filmemacher Ivan Engler: «Warum sollten sie ausgerechnet zu uns kommen?»
So ähnlich würde wohl auch der Schweizer Filmemacher Ivan Engler reagieren, der mit «Cargo» den ersten Schweizer Science-Fiction-Film gemacht hat. Denn auch für ihn ist klar: Ausserirdische haben keinen Grund, zu uns zu kommen. «Das All ist so unendlich gross, warum sollten sie ausgerechnet an der Erde vorbeifliegen oder bei uns gesichtet werden.» Aber es gebe sie, höchstwahrscheinlich: «Leben ist ein Prinzip, das sich nicht nur auf der Erde manifestiert. Dieses Prinzip ist in die Hardware des Universums eincodiert.»
Das freundliche Alien im Film «E.T.» und das ausserirdische Monster in «Alien» faszinieren Engler gleichermassen. Solche Darstellungen von Ausserirdischen könne man nicht mehr toppen, findet Engler. Sein Respekt für die Kreatur «Alien» sei auch der Grund dafür, dass in seinem Film «Cargo», trotz Weltraum-Handlung, nie ein ausserirdisches Wesen zu sehen ist. (sg)
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