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20.09.2010

Film-Tipp: Julia Roberts auf Selbstfindungstrip

In der Bestseller-Verfilmung «Eat Pray Love» reist Julia Roberts nach Italien, Indien und Bali. Die 42-Jährige spielt die New Yorkerin Liz Gilbert, die in einem wunderschön gefilmten Reiseprospekt auf der Suche nach sich selber ist.

Javier Bardem und Julia Roberts: Und wenn sie nicht gestorben sind… (Walt Disney)

Solange man sich nicht den Kopf darüber zerbricht, warum die Journalistin Liz Gilbert (Julia Roberts) zuerst ihren Mann (Billy Crudup) und dann auch noch ihren neuen Lover (James Franco) verlässt, kann man den episodenhaften Film durchaus geniessen.

Denn die Gründe, die Liz zum Abbruch der Beziehungen veranlassen, sind eher diffus. Liebte sie ihren Mann nicht mehr? Nein. Stritt sie ständig mit ihrem Lover? Ja, wird im Film behauptet, aber gezeigt wird es nicht wirklich.

Spaghetti und Meditieren
Egal. Liz will in Rom das Dolce far niente lernen und Pasta mampfen, bis die Hosenknöpfe fliegen. Das tut sie denn auch ausgiebig und wird einem dabei richtig sympathisch. Was sollte auch sonst passieren, wird die Frau doch von Julia Roberts verkörpert?

Highlight des Films ist ihre Begegnung mit dem ergrauten Texaner Richard (grossartig: Richard Jenkins), der ihr in einem indischen Ashram in Sachen Spiritualität das beibringt, was er selber am dringendsten lernen muss.

Männer als Staffage
Zum Schluss trifft Liz auf Bali einen zahnlosen Medizinmann, der fast wie Yoda aussieht und ähnliche Weisheiten wie der «Star Wars»-Guru von sich gibt. Bali ist auch der Ort, wo Liz das Wagnis einer neuen Beziehung eingeht.

Der Auserwählte ist Brasilianer, heisst Felipe und wird vom Spanier Javier Bardem gespielt, der neben der omnipräsenten Julia Roberts genauso zur Staffage verkommt wie alle anderen männlichen Darsteller (ausser Richard Jenkins).

Ist der Film schlecht?
Es ist kaum zu glauben, dass selbst ein so charismatischer Schauspieler wie Javier Bardem hier bloss als Posterboy fungiert, der auftritt wie der frühpensionierte Frontman einer Boygroup. Ist die Verfilmung des Bestsellers «Eat Pray Love» also schlecht?

Jein. Gewiss, das Drehbuch und die Figurengestaltung lassen zu wünschen übrig. Überdies ist der Film mit 140 Minuten klar zu lang. Dennoch bietet er irgendwie ansprechende Unterhaltung. Solange man - wie gesagt - nichts hinterfragt. (rb)

Der «Box Office»-Beitrag von SF

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
Hören (3:18)



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DRS 3-Filmredaktor Reto Baer kennt die neusten Filme genauso gut wie die Klassiker und erklärt jeden Montag und Samstag jeweils nachmittags, welche Streifen einen Gang ins Kino lohnen.

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