Buch-Tipp: Ildikó von Kürthy «Endlich»
Hinter diesem Cover verbirgt sich eine Geschichte, so verrückt, wie sie das Leben schreiben kann.
1999 debütierte die Aachener Schriftstellerin und Journalistin von Kürthy mit dem Roman «Mondscheintarif», der Frauenherzen zum Lachen und Weinen brachte.
Von Kürthys Hauptfiguren sind grundsätzlich Frauen, die mit ihrem Leben zufrieden sein könnten, wenn sie sich nicht immer vergleichen würden.
In «Endlich» wünscht sich Vera Hagedorn - 40, beruflich angekommen, verheiratet - ein Kind. Ihren Mann lässt das kalt, bald weiss man warum.
Veras beste Freundin ist mit allen Wassern gewaschen und findet, dass Vera mehr verdient hat als ein Dorfleben unter Beobachtung sämtlicher Bewohner und einen Mann, der sich nicht (mehr) für sie interessiert.
Das ist der Beginn einer Geschichte, die so verrückt ist, wie sie das Leben schreiben kann.
Unverkennbar Kürthy
«Endlich» ist spitzfedrig formuliert und garantiert lautes Lachen. Das ist herrlich, aber nicht alles: Vergnügt schildert von Kührty Situationen, in denen sich frau klischiert verhält (mit den Schwiegereltern, beim Kleiderkaufen), kommentiert das Klischee mit unterschiedlichen erzählerischen Methoden und entlarvt es damit.
Von Kürthys Figuren sind um ihre Entwicklung bemüht, faul, gutgläubig und gesellschaftskritisch - sie sind grau, im besten Sinne von: Weder schwarz noch weiss. Der Roman liefert kein Fazit, verbreitet aber eine Stimmung: Was durch Medien und Meinungsmacher und in der Mode als gut deklariert wird, muss nicht automatisch auch für dich gut sein, und eigentlich kannst du darauf pfeifen, dir überhaupt überlegen zu müssen, ob es gut für dich ist.
«Endlich!» ist ein Muss für: Mundwinkeldurchhängende. Ein zeitgenössischer Frauenroman, der nicht mehr und nicht weniger will, als dass wir über einige unserer Verhaltens- und Gedankenmuster lachen können.
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