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16.10.2010

Film-Tipp: Lovestory mit Goethe

«Nordwand»-Regisseur Philipp Stölzl legt «Goethe!» nicht als klassisches Biopic an, das die ganze Karriere des Dichterfürsten Revue passieren lässt, sondern konzentriert sich auf Johann Wolfgang von Goethes jungen Jahre bis zu seinem Durchbruch mit «Die Leiden des jungen Werther» im Jahr 1774.

Jagen nicht nur dasselbe Wild: Goethe (Alexander Fehling, rechts) und sein Vorgesetzter Gerichtsrat Kestner (Moritz Bleibtreu). (Warner Bros.)

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) war eine Art Übermensch, der in seinen 82 Jahren Erdendasein als Jurist, Geheimrat und Minister wirkte, nebenbei das Rollschuhlaufen erfand, naturwissenschaftliche Forschungen anstellte und die deutsche Literatur revolutionierte.

Dieser Supermann ist nicht Thema des Spielfilms «Goethe!», sondern der noch unbekannte 22-Jährige (Alexander Fehling), dem der strenge Herr Vater (Henry Hübchen) die Literaturflausen austreiben möchte, indem er ihn in das Provinznest Wetzlar verbannt.

Goethes Liebeskummer
Dort arbeitet der junge Goethe als Referendar im Reichskammergericht. Und er verliebt sich in die lebenslustige Lotte Buff (Miriam Stein), ohne zu ahnen, dass sie bereits seinem Vorgesetzten Albert Kestner (Moritz Bleibtreu) versprochen ist.

Als Goethe davon erfährt, fällt er aus allen Wolken. Am Boden zerstört greift er wieder zur Feder und schreibt sich den Liebeskummer vom Leib. Das Resultat ist ein Briefroman, der ihn über Nacht berühmt macht: «Die Leiden des jungen Werther».

Kein Film für Germanisten
«Goethe!» ist historisch nicht exakt, so hat zum Beispiel das Duell zwischen Goethe und Kestner nie stattgefunden. Belegt ist aber, dass Goethe Kestner den Tod wünschte. Emotional macht die Szene also durchaus Sinn.

«Nordwand»-Regisseur Philipp Stölzl wollte keinen Film für Germanisten, sondern für ein breites Publikum machen. Und das ist ihm auch gelungen. Die Geschichte wird stimmig und rasant erzählt.

Schweizer Schauspielerin
Zudem wird das 18. Jahrhundert eindrücklich auf die Leinwand gezaubert. Und die Schauspieler überzeugen durchs Band. Alexander Fehling ist als junger Goethe eine richtige Entdeckung, ebenso die Schweizerin Miriam Stein als Lotte.

Moritz Bleibtreu glänzt als steifer Gerichtsrat Kestner, der Goethe im Grund um seinen Esprit und seine literarischen Fähigkeiten beneidet. «Goethe!» bietet keine langweilige Literaturgeschichte, sondern eine schön romantische Liebesgeschichte. (rb)

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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DRS 3-Filmredaktor Reto Baer kennt die neusten Filme genauso gut wie die Klassiker und erklärt jeden Montag und Samstag jeweils nachmittags, welche Streifen einen Gang ins Kino lohnen.

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