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30.10.2010

Film-Tipp: «Meinsch, ich fang öppis mit enere Behinderete aa?»

30 Jahre lang hat Paul Riniker Dokumentarfilme fürs Schweizer Fernsehen gedreht. Nun liefert der 64-Jährige seinen ersten Spielfilm ab. «Sommervögel» erzählt davon, wie eine unmögliche Liebe möglich wird.

Kommen sich näher: Greta (Sabine Timoteo) und Res (Roeland Wiesnekker). (Frenetic Films)

Res (Roeland Wiesnekker) kommt direkt aus dem Gefängnis auf den Campingplatz «Paradiesli», wo er als Abwart arbeiten kann. Seine Gehilfin ist die geistig Behinderte Greta (Sabine Timoteo), die mit 33 immer noch bei ihren Eltern lebt.

Der Mutter (Patrica Litten) passt es nicht, dass Greta sich im «Paradiesli» einen Freiraum erschafft, der ihrer Kontrolle entzogen ist. Als sie realisiert, dass sich ihre Tochter in den Platzwart Res verliebt hat, leuchten bei ihr sämtliche Alarmlämpchen auf.

Was heisst Behinderung?
Res protestiert zwar: «Meinsch, ich fang öppis mit enere Behinderete aa?» Natürlich tut er dann genau dies. Denn: Wer bestimmt eigentlich, was Behinderte dürfen und was nicht? Und wer bestimmt, was eine Behinderung ist?

Das Tabuthema «Liebe zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten», das schon den spanischen Film «Yo, tambièn» auszeichnete, wird quasi en passant hinterfragt. Das ist gleichermassen spannend und berührend.

Schweres Thema, leichte Geschichte
Als Dokumentarfilmer hat sich Paul Riniker eine grosse Sensibilität für Menschen erarbeitet. Dies kommt ihm nun auch mit fiktiven Figuren zugute. Er lässt seine Schauspieler unspektakulär, aber klar agieren.

Sabine Timoteo und Roeland Wiesnekker laufen in den Hauptrollen zu Bestform auf. Nicht zuletzt dank ihnen gelingt es, dass «Sommervögel» ein schweres Thema als luftig leichte Geschichte präsentiert. (rb)

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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