Buch-Tipp: «Ein gutes Leben» von Ursula von Arx
Im Buch bekommen die Figuren mehr Farbe, als auf dem Buch-Cover.
Während den Gesprächen, aufgrund derer von Arx Porträts der Personen verfasst hat, sagten die Befragten, was für sie ein gutes Leben ausmacht, was sie glücklich macht und was unglücklich.
Keine Berührungsängste
Von Arx hat keine Berührungsängste. Sie fragt ihre Mutter nach dem Eheglück, Pater Anselm Grün nach der Sexualität. Und die Gesprächspartner wirken in ihren Antworten authentisch, kaum einer macht ein Geheimnis aus überstandenen Krisen, oder daraus, dass er manchmal ratlos war, manchmal unsicher ist. «Man muss das Leben ertragen lernen» sagt die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich.
Das Buch erzählt vom Versuchen und Aushalten und davon, dass es für das Glück und dafür, dass es bei einem bleibt, keinen heissen Tipp gibt: Dafür sind die Biografien und Charaktereigenschaften viel zu unterschiedlich.
Mut bereut man nie
Wenn man ein Patentrezept für ein gutes Leben sucht, findet man bei Daniel Cohn-Bendit, Constantin Seibt, Blixa Bargeld, Catherine Millet und anderen, auch weniger bis unbekannten Befragten also keine Antwort. Aber die meisten haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben etwas gewagt, und wenn sie damit auf die Nase gefallen sind, haben sie früher oder später einfach etwas Neues gewagt. Und dann wieder etwas. Und wieder. «Mut bereut man nie», sagt die 58jährige Tanzkritikerin Lilo Weber.
«Ein gutes Leben» ist ein Buch für: Vorausdenkende. Dieses kluge Buch macht zufrieden und ermutigt. Es eignet sich wunderbar als Weihnachtsgeschenk.
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