Film-Tipp: Die Komödie, die aus der Kälte kam
Ulrik (Stellan Skarsgård) blickt am ersten Tag in der Freiheit skeptisch in die Zukunft. (Xenix Film)
Neben Clint Eastwood ist Stellan Skarsgård («Mama Mia», «Pirates of the Caribbean 2-3») wahrscheinlich der coolste lebende Schauspieler. Nur hat das die Welt noch nicht begriffen und wird es wohl auch nach dieser köstlichen Komödie aus dem hohen Norden nicht begreifen.
Denn «En ganske snill mann - Ein Mann von Welt» ist kein Film für die Masse, sondern für ein Arthouse-Publikum, das zwischendurch ganz gerne auch mal lacht. Dabei ist es dem Protagonisten Ulrik (Skarsgård) gar nicht zum Lachen zumute.
Unterbelichtete Gangster
Er kann zwar nach zwölf Jahren das Gefängnis verlassen, doch was ihn in der Freiheit erwartet, sind ein schmuckloser Kellerraum, eine schmuck-, aber nicht trieblose Vermieterin und ein schmuckloser Arbeitsplatz.
Tristesse, wo Ulrik auch hinblickt. Überdies erwartet sein ehemaliger Gangsterboss Jensen, dass Ulrik den Mann, der ihm den Knast eingebrockt hat, umlegt. Zusammen mit seinem unterbelichteten Handlanger Rolf besorgt Jensen ihm eine Knarre.
Schräge Bettszenen
Hans Petter Molands Film wirkt, als hätten sich die Coen-Brüder mit Aki Kaurismäki zusammen getan, um eine Gaunerkomödie im verschneiten Norwegen zu drehen. Die Situationskomik geschieht so beiläufig, dass es eine wahre Freude ist.
Allein die schrägsten Bettszenen der Filmgeschichte lohnen bereits den Gang ins Kino. Man muss schon ein norwegischer Tiefkühler sein, wenn man am Ende des Films den Hünen Ulrik nicht ins Herz geschlossen hat. (rb)
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