Buch-Tipp: Martin von Arndt «Der Tod ist ein Postmann mit Hut»
ulio ist beileibe nicht die einzig schräge Figur in «Der Tod ist ein Postmann mit Hut», ein Roman, der so wie er sich liest, mit Herz und Seele geschrieben wurde.
«Der Tag hängt tropfnass an einer Wäscheleine und fällt gelegentlich, von Windstössen erfasst, in den Rasen (...)» Solche Gedanken schreibt der deutsche Schriftsteller Martin von Arndt seinem Protagonisten Julio in den Kopf.
Julio ist beileibe nicht die einzig schräge Figur in diesem Roman, der, so wie er sich liest, mit Herz und Seele geschrieben wurde. Gewürzt hat der Autor seine Geschichte mit fantasievoller Sprache und schwarzem Humor.
Ding-Ding-Dong auf Chinesisch
Julio ist 41 Jahre alt und lebt in Innsbruck. Er ist Gitarrist, doch Aufträge und Auftritte sind selten und so fertigt er chinesische Popversionen «mit Ding-Ding-Dong vom Chinamann» - so nennt es sein Produzent - von Musikklassikern für Imbisse mit chinesischen Spezialitäten an.
Julio will nicht, dass sein Leben steht's so weitergeht, aber der Antrieb für eine Veränderung fehlt. Auch erhält Julio Post: Einmal im Monat stellt ihm der Pöstler mit Tirolerhut ein Einschreiben zu. Ein Couvert, darin ein Bogen Papier, unbedruckt. Ein Jux? Eine Drohung?
«Ah, look at alle the lonely people»
Julio macht sich mit seinem stets verstimmten Nachbarn Koloman, einem Ex-Kriminalbeamten, auf die Suche nach dem Absender der Briefe. Den finden sie nicht, dafür eine Freundschaft, die sich in gemeinsamen Taten - Kochen und Musizieren - deutlicher zeigt als in Worten.
Doch der gemeinsame Weg zweier einsamer Menschen endet abrupt. «Eleanor Rigby» von den Beatles ist eines der Stücke, die Julio «chinesisch» macht. Es beginnt mit: «Ah, look at all that lonely people.» (tk)
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