Buch-Tipp: Linda Stift «Kein einziger Tag»
Obwohl kein Krimi, garantiert «Kein einziger Tag» lang anhaltendes Gänsehaut-Feeling.
Die Österreichische Schriftstellerin Linda Stift lässt ihre Geschichte von Paul erzählen. Er resümiert: «Ich habe mir die Trennung gewünscht, seit ich denken kann, ich war mit ihm kein doppelter, sondern ein halber Mensch, ein Anhängsel ohne Entscheidungsgewalt».
Paco hat im Gegensatz dazu unter der Trennung gelitten und suchte stets Pauls Nähe, was diesen schon damals nervte. Nun sind die Zwillinge erwachsen und Paco versucht noch immer, Paul nahe zu sein. Er überrascht ihn mit einem Besuch und der Information, dass er ein Weilchen bei ihm wohnen will.
Gänsehaut-Finale
Paul reagiert unfreundlich auf Pacos Besuch, er beschimpft und ignoriert ihn und geht viel aus oder einfach weg. Aber Paul hat die Rechnung ohne seine Freundin Jenny gemacht. Sie mag Paco sehr und ist darum immer öfters bei den Zwillingen zu Hause. Aus Argwohn und Eifersucht bleibt auch Paul meistens daheim.
Und genau darauf hat es Paco angelegt. Er hat nämlich einen Plan, der ihm ermöglichen soll, dass er dem Bruder wieder und für immer ganz nahe sein kann. Das klingt nach Mord, ist es aber nicht. Trotzdem mündet das Buch in einem Gänsehaut-Finale, das dem Leser lange unvergessen bleibt, ob er will oder nicht.
«Kein einziger Tag» ist ein Muss für Leser mit sauberen Händen. Lisa Stift erzählt eine erstaunliche, ja fast unglaubliche Geschichte. Da ist Augenreiben angesagt! (kum)
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