Buch-Tipp: Julya Rabinowich «Herznovelle»
Schon das Cover von Julya Rabinowichs Novelle wärmt das Herz.
Der Mann, der ihr Herz berührt hat
Eine Frau, schätzungsweise um die 40 Jahre alt, hat sich einer Herzoperation zu unterziehen. Die Operation ist erfolgreich, der Arzt kontrolliert das Befinden der Patientin, als sie aus der Narkose erwacht.
Sie schildert es so: «Am späten Nachmittag kommt er und sieht sich seine Arbeit an. Der Blick erinnert an einen Künstler, der ein wenig zweifelnd das Atelier nach einem Inspirationsschwall wieder aufsucht und noch nicht genau weiss, was ihn dort erwarten wird.» Bald glaubt sie, dass sie sich in den Arzt, der ihr Herz berührt hat, verliebt hat.
Aus ganzem Herzen ins Spital wollen
Die Ich-Erzählerin hat aber bereits einen Mann, der sich gerade in der Zeit rund um die Operation gut um sie kümmert. Doch als sie wieder zu Hause bei ihm ist, täuscht sie einen Notfall vor, damit sie zurück ins Spital zu «ihrem» Arzt kann.
Ob sie ihm ihr verliebtes Herz ausschüttet, wird nicht verraten, sicher ist, dass sie eine Weile im Spital bleiben muss und sich in dieser Zeit die Dinge so zurechtdenkt, wie sie sie gerne hätte. Diese Novelle birgt alle Herzfacetten; metaphorische Ausdrücke wie «Hasenherz» oder «Herzrasen», die herzhafte Fantasie der Ich-Erzählerin oder deren eigentlich herzlosen Umgang mit sich selber.
«Herznovelle» ist ein Buch für Fantasievolle: Wer wie die Ich-Erzählerin zu grandiosen Gedankenreisen neigt, kann getrost die Koffer packen und sich auf diese Lesereise machen. (kum)
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